Aus historischen Quellen oder literarischen Texten bekannte Personen in Kursivschrift

Abhasvara
Leibarzt König → Ajatashatrus, dessen Name auf Sanskrit in etwa Der hell Glänzende bedeutet. Aus dem Text lässt sich schließen, dass der mutige Anhänger → Buddha Shakyamunis um einige Jahre älter als sein königlicher Freund ist.

Ajatashatru
König von Magadha aus der Haryanka-Dynastie, auch → Kunika genannt (Regierungszeit ca. 494/491 v. Chr. – 461/459 v. Chr.). Der Sanskritname bedeutet so viel wie Ohne Feinde.

Alexander der Große
Alexander III. von Makedonien (*20. Juli 356 v. Chr. in Pella, †10. Juni 323 v. Chr. in Babylon). Von 336 v. Chr. bis zu seinem Tod König von Makedonien und Hegemon des Korinthischen Bundes.

Alte Eiche
s. → Christian Alte Eiche.

Alte Gebrochene Nase
Nach einem Mythos der Onondaga ein ursprünglich als Unser Großvater betitelter Fremder, der sich mit dem Schöpfer in dessen Version als Geistermedizinmann einen Wettkampf um das Bewegen eines Bergs liefert. Der Fremde bringt den Berg lediglich zum Erbeben, während der Schöpfer ihn mühelos von der Stelle bewegt. Da der Fremde sich dabei trotz Warnung unvorsichtig verhält, prallt ihm der Berg gegen die Nase und zerschmettert sie. Obwohl der Geistermedizinmann den Fremden sofort heilt, bleibt seine Nase zum Andenken an seine Selbstüberschätzung schief. Doch lernt er zum Ausgleich für diesen Schaden vom Geistermedizinmann die Kunst des Heilens. Wenn er in der sein Gesicht darstellenden Maske Gestalt annimmt, wird diese dadurch zu einer Personifikation von Heilung.

alte Yogini
Eine betagte Frau, die ihren Lebensabend damit verbringt, auf dem in Pemakö gelegenen heiligen Berg die sog. inneren und äußeren Yogas des tantrischen Buddhismus zu üben.

Amchi aus Dhöndrups Nachbarhaus
Der spätere neue Chökyong vom Heiligen Berg ist ein hochbetagter Arzt tibetischer Tradition, dessen Familie seit Generationen das neben → Dhöndrups Heim gelegene Haus bewohnt.

Amchi aus Sherab Khyentses Baracke
Äußerst gebildeter tibetischer Häftling mittleren Alters, der hervorragend Chinesisch spricht und offenbar dank → Sherab Khyentse heimlich mit → Dr. Feng und später auch mit → Dr. Wu zusammenarbeitet.

Amchi des Dalai Lamas
Den → Dalai Lama auf seiner Flucht betreuender tibetischer Arzt.

Amchi des Klosters Gaden Namgyal Lhatse
Tibetischer Arzt in dem in Tawang gelegenen Kloster, von dem Sherab Khyentse seine Tochter Püntsok behandeln lassen will und anschließend selbst medizinisch betreut wird.

Amchi von Daklha Gampo
Ungefähr um die Mitte 50 alter Mönch und Arzt tibetischer Tradition, dessen Eltern in seinem Beisein von Räubern ermordet wurden, als er noch sehr klein war.

Amitabha
Nach dem gleichnamigen Buddha (s. → Sachregister: Amitabha, Buddha) benannter Sohn (*302 v. Chr., †299 v. Chr.) → Suharas und → Savitris.

Ananda

Nach dem langjährigen Begleiter → Buddha Shakyamunis benannter Yogalehrer und Bräutigam → Savitris, dessen auf Sanskrit soviel wie Der Glückliche bedeutet.

Angulimala
Legendärer Straßenräuber, der jedem, den er getötet hatte, einen Finger abnahm und auf eine um seinen Hals getragene Kette zog. Daher sein Name, der auf Sanskrit Fingerkette bedeutet. Angulimala wurde von → Gautama Buddha veranlasst, diesem Leben abzuschwören und seinen Lehren zu folgen.

Ashoka
Ashoka Maurya (*304 v. Chr., †232 v. Chr.), auch Ashoka der Große genannt. Als Herrscher des Maurya-Reichs regierte er von 269 bis 232 v. Chr. Sein Name bedeutet so viel wie Ohne Leid. Neben vielen anderen Bezeichnungen trug er u.a. den Schimpfnamen → Chandashoka und später den Ehrennamen → Dhammashoka.

Begleiter → Suharas
Für die weitere Umgebung des Palasts in Pataliputra zuständiger Sicherheitsoffizier.

Berggeist
Auch → Chökyong, Tamdin (s. → Sachregister: Tamdin), Dämon und → Tragtung bzw. → Bluttrinker genannter Protagonist der Erzählung.

Bimbisara
König Magadhas aus der Haryanka-Dynastie (*558 v. Chr., †491 v. Chr.; Regierungszeit 546/542 – 494/492 v. Chr.). Der Vater → Ajatashatrus galt u.a. wegen seiner ausgedehnten Heiratspolitik als großer Diplomat, schuf aber auch ein durchorganisiertes Verwaltungssystem.

Bindusara
Herrscher aus der Maurya-Dynastie (*320 v. Chr., †272 v. Chr.), der zwischen 298 v. Chr. und ca. 272 v. Chr. das gleichnamige Großreich regierte. Der historischen Überlieferung nach war er ein Sohn → Chandragupta Mauryas mit dessen Gattin Durdhara und u.a. Vater von → Sushima und → Ashoka. Der Legende nach erhielt Chandragupta von seinem Berater → Chanakya zum Schutz vor Vergiftung regelmäßig geringe Dosen Gift. Wenige Tage vor der Niederkunft soll Durdhara unmittelbar nach dem versehentlichen Verzehr der Speise ihres Gemahls gestorben sein. Genau in diesem Moment betrat Chanakya angeblich ihr Gemach und rettete das Kind durch den ersten Kaiserschnitt der Weltgeschichte. Dabei geriet ein Tropfen des Gifts auf den Kopf des Säuglings und hinterließ einen bläulichen Flecken. Der Name Bindusara (Bindu bedeutet Tropfen auf Sanskrit) ist der Überlieferung nach von diesem Geschehen abgeleitet.

Bluttrinker
s. → Tragtung.

Buddha Shakyamuni
Wird der als Siddhartha Gautama geborene historische Buddha genannt (*ca. 563/480 v. Chr., †ca. 483/400 v. Chr.). Genau wie Buddha (Sanskrit für Der Erwachte) ist Shakyamuni ein Ehrentitel (Sanskrit für Der Weise aus dem Geschlecht der Shakya).

Chanakya
Indischer Lehrer, Philosoph, Ökonom, Jurist und königlicher Berater (*350 v. Chr., †283 v. Chr.). Traditionell wird Chanakya mit Kautilya bzw. Vishnu Gupta identifiziert, dem Verfasser des Arthashastra, des bedeutendsten Werks der altindischen Staatstheorie.

Chandashoka
Sanskrit-Schimpfname für → Ashoka mit der Bedeutung Ashoka, der grausam Unerbittliche.

Chandragupta
Chandragupta Maurya (*340 v. Chr., †298 v. Chr.) war Begründer der Maurya-Dynastie in Magadha und erster Herrscher in der Geschichte Indiens, der ein fast den gesamten indischen Subkontinent umspannendes Großreich schuf. Den Quellen nach regierte er von 322 v. Chr. bis 298 v. Chr., war Vater → Bindusaras und u.a. Großvater von → Sushima und → Ashoka. Im Text erscheint er darüber hinaus als Vater → Suharas. Chandragupta bedeutet so viel wie Vom Mond geschützt, während der Sippenname Maurya in Legenden mit dem Pfau (mora auf Pali, mayura auf Sanskrit) in Zusammenhang gebracht wird. Dementsprechend erklärt eine überlieferte Erzählung die Vorfahren der Mauryas zu Pfauenzüchtern.

Chelana
Tochter von König → Chetaka. Gemäß jainistischer Tradition gilt die Gattin König → Bimbisaras als die Mutter von → Ajatashatru.

Chenmo
Etwa 1918 geborene kräuterkundige Witwe, die ein kleines Bauernhaus in einem einsam im Grenzgebiet zu Bhutan gelegenen Weiler bewohnt und dort den Amchi ersetzt. Schwiegermutter → Dechens, Mutter → Pasangs sowie → Migmars. Ihr tibetischer Name bedeutet Riesig.

Chetaka
Im 6./5. Jh. v. Chr. als Herrscher der Stammesoligarchie der Licchavi (vgl. gleichnamigen Eintrag im → Sachregister) Wahlkönig des Staatenbunds der Vrji (ebenfalls im → Sachregister erklärt). Historisch gesichert ist lediglich, dass er ein Onkel des → Mahavira sowie Zeitgenosse → Gautama Buddhas war. Im Text erscheint er dazu als Bruder → Dharavishas, Großvater und Vater → Ajatashatrus sowie Onkel → Ramachandras.

Chinesischer Militärarzt
Sanitätsoffizier im Untersuchungsgefängnis, der → Sherab Khyentse zunächst das Leben rettet, um ihn nach dem Misserfolg der darauffolgenden Verhöre zum Gegenstand von Humanversuchen zu machen. Der Mann, über den weiter nichts bekannt ist, als dass er ein guter Bekannter von Kommandant → Chu ist, sorgt dafür, dass sein Gefangener nach einer versuchsbedingten Hirnschädigung in das von Chu geleitete Zwangsarbeitslager überstellt wird.

Chödrak
Von → Padma gezeugte Tochter (*1945) → Dhöndrups und → Wangmos, deren Name auf Tibetisch in etwa Verbreiterin des Dharma bedeutet. Ihr Bruder ist → Norbu.

Chökyong
Name → Pemas für den → Berggeist. Bei dem Wort handelt es sich um die tibetische Übersetzung des Sanskritkompositums Dharmapala, was so viel wie Schützer der Lehre bedeutet.

Christian Alte Eiche
Name von → Große Schlange, nachdem ihm die Vision von einem Gespräch mit Jesus Christus das Leben gerettet hat.

Chu
Mit dem Folterarzt (s. → chinesischer Militärarzt) im Untersuchungsgefängnis bekannter Kommandant des Zwangsarbeitslagers, in das → Sherab Khyentse eingewiesen wird. Die Aussprache des chinesischen Namens lautet Chǔ.

CIA-Mann
Mitarbeiter des US-amerikanischen Geheimdiensts, der → Padma Kriegsgerät überlässt.

Dakpo Pema
Eine entlaufene Braut (*1466, †1536), die auf einem heiligen Berg im Südosten Tibets zur Yogini wird. Pemas Familienname Dakpo leitet sich von der gleichnamigen Gegend ab, aus der ihre Familie stammt. Der Vorname ist das tibetische Pendant zu padma, dem Sanskritwort für Lotos.

Dechen
Schwiegertochter → Chenmos, in deren Haus sie seit dem Tod ihres Gatten → Pasang wohnt. Sie ist mehrere Jahre jünger als → Sherab Khyentse, der mit ihr beinahe sein Keuschheitsgelübde gebrochen hätte. Ihr tibetischer Name bedeutet in etwa Große Glückseligkeit.

Dechen Chökyi Drönma
Die 12. Samding Dorje Phagmo (s. → Sachregister: Samding Dorje Phagmo) (*1938 oder 1942) ist ein wichtiger weiblicher Trulku der Bodongpa-Schule des tibetischen Buddhismus und Äbtissin des Klosters Samding (s. → Ortsverzeichnis: Samding). Nach ihrer Flucht aus Tibet 1959 kehrte sie offenbar relativ bald in ihr Heimatland zurück. Die Angaben über ihre Flucht und Rückkehr weichen stark voneinander ab. Die Bewertung der Annahme verschiedenster Posten innerhalb der Tibetischen Autonomen Region der Volksrepublik China durch sie ist ebenfalls sehr unterschiedlich und reicht von geschickter Pragmatismus bis zu Kollaboration mit den Chinesen.

Dhammashoka
Pali-Ehrenname → Ashokas mit der Bedeutung Ashoka, der dem Dharma folgt.

Dhana Nanda
Zwischen 329 und 321 v. Chr. König von Magadha und letzter Herrscher der Nanda-Dynastie. Das von ihm nach dem Sieg Chandraguptas über seine gutgerüstete Armee erlittene Schicksal ist ungewiss.

Dharani
Erste Gattin (*508 v. Chr., †473 v. Chr.) → Ajatashatrus und Mutter von → Sugata. Das Sanskritwort bedeutet Das, was einen oder etwas trägt und wird daher z.B. für die Erde i.S.v. Boden, aber auch für tragende Balken oder im übertragenen Sinne für Duldsamkeit benutzt.

Dharavisha
Jüngerer Bruder (*551 v. Chr., †475 v. Chr.) → König Chetakas und damit Großonkel von → Ajatashatru; außerdem Vater → Ramachandras. Unter Chetaka Oberkommandierender der Streitkräfte Licchavis, unter Ajatashatru dessen Regent. Das Sanskritwort bedeutet Schwert.

Dharmorakshita
Ein erfahrener buddhistischer Mönch sowie Lehrer aus dem in der Nähe von → Savitris Dorf gelegenen Kloster. Er dürfte um einiges älter als → Suhara sein. Der Sanskritname bedeutet Bewahre das Dharma.

Dhöndrup
Im Osten Bhutans wohnender wohlhabender Kaufmann (*1920) und enger Freund → Padmas, der für ihn die Kinder → Norbu und → Chödrak gezeugt hat, da Dhöndrup aufgrund einer Mumpserkrankung im Jugendalter zeugungsunfähig ist. Mit → Wangmo verheiratet. Sein tibetischer Name bedeutet in etwa Einer, der erfolgreich in der Umsetzung seiner Wünsche ist.

Dongyü Nyima
Name des 8. Khamtrul Rinpoche (s. Sachregister: → Khamtrul Rinpoche) (*1931, †1980), der vor seiner Flucht aus Tibet seinen Hauptsitz im Kloster Khampagar hatte. 1958 floh er über Lhasa, wo er vom Dalai Lama empfangen wurde, sowie einige andere bedeutende tibetische Pilgerstätten nach Sikkim und von dort weiter in das in Westbengalen gelegene Kalimpong. 1969 übersiedelte er mit vielen Mitgliedern der tibetischen Exilgemeinde in den indischen Bundesstaat Himachal Pradesh, wo er von der indischen Regierung in der Nähe eines kleinen Dorfs Land zugewiesen bekam, das er Tashi Jong (Glückliches Tal) nannte. Hier baute er das Exil-Kloster Khampagar auf, dessen Besonderheit bis heute ist, dass ihm eine Reihe von Togdens (s. Sachregister: → Togden) angeschlossen sind.

Dorje Tsering
Wird der Protagonist der Bücher 5-8 in seiner Kindheit genannt. Die tibetische Namenskombination bedeutet in etwa Unzerstörbar langes Leben. s. auch → Padma und → Sherab Khyentse.

Dr. Feng
→ s. Feng, Dr.

Dr. Wu
→ s. Wu Jian Jie, Dr.

Drölma
Name der Mutter → Sherab Khyentses (s. auch Sachregister → Drölma).

Düsum Khyenpa
Ehrentitel des Gründers der Karma-Kagyü-Schule, einer der vier großen Richtungen des tibetischen Buddhismus. Die tibetische Bezeichnung lässt sich mit Kenner der drei Zeiten (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) wiedergeben. Der als Kind Gephel genannte Düsum Khyenpa (*1110, †1193) war der erste Lama der Inkarnationslinie der Karmapas – der höchsten Lamas der Karma-Kagyü-Schule, die auch Schwarzhut-Lamas genannt werden. Mit 20 Jahren zum Mönch ordiniert, wurde Düsum Khyenpa im Alter von 30 Jahren Schüler → Gampopas. Erwachen erlangte er mit 50, lebte (nach tibetischer Zeitrechnung) aber noch wie lange zuvor versprochen bis zum Alter von 84 Jahren.

Einsiedler
Älterer, in einer Höhle wohnender Mönch, der sich zusammen mit einem jungen Verwandten des verwundeten → Sherab Khyentse annimmt, nachdem dessen Stute Yönten umgekommen ist.

Feng, Dr.
Wenige Jahre vor der Pensionierung stehender, aus einer christlichen Familie stammender und im Zwangsarbeitslager seinen Dienst tuender chinesischer Militärarzt. Helfer und Freund → Wangzis. Der chinesische Name Fèng leitet sich von dem mythischen Vogel Fèng Huáng ab.

Folterarzt
s. → Chinesischer Militärarzt.

der Fremde bzw. der fremde Krieger
Ein ca. 27-jähriger Angehöriger der Kriegerkaste, über den außer dem in Buch 4, im Kapitel Rudras Gattin Geschilderten nichts weiter bekannt ist.

Gampopa
Bezeichnung für Sönam Rinchen (*1079, †1153) mit der Bedeutung Mann aus Gampo, der auch als Dakpo Lharjé (Arzt aus Dakpo) bekannt war. Der Schüler des tantrischen Meisters Milarepa, eines der bedeutendsten Yogis und Asketen Tibets und formellen Gründers der Kagyü-Schulen des tibetischen Buddhismus, war der eigentliche Begründer dieser Schulen im Sinne einer monastischen Tradition. Der Arztsohn, der erst selbst Arzt und nach dem Tod seiner Familie mit 25 Jahren Mönch der Kadampa-Schule wurde, gründete u.a. das Kloster Daklha Gampo (s. gleichnamigen Eintrag im → Ortsregister).

Gautama Buddha
Andere Bezeichnung für den → Buddha Shakyamuni.

Gendün
1918 geborener ältester Halbbruder → Dorje Tserings, dessen tibetischer Name Sangha bedeutet, also der Sanskritbezeichnung für die buddhistische Gemeinschaft entspricht.

Gendüns Liebster
Das Buddha-Dharma sehr stark verinnerlicht habender langhaariger Sohn eines Kaufmanns aus Kham und einer Nepalesin, der in Sikkim aufgewachsen und ansässig zu sein scheint, dessen Alter schwer einzuschätzen ist, der aber großen Wert darauf legt, dass nichts über seine Person bekannt wird.

Gönpo Rinpoche
Ein sehr betagter tibetischer Lama, der in → Sherab Khyentses Geist zu lesen vermag und ihn als → Lhodrag Rinpoche erkennt. Lebt mit Sherab Khyentse und dem ihn behandelnden Amchi (s. → Amchi aus Sherab Khyentses Baracke) in derselben Unterkunft und scheint die geistige Führungspersönlichkeit im Zwangsarbeitslager zu sein. Das tibetische Wort Gönpo bedeutet soviel wie Schützer und wird auch als Bezeichnung für Mahakala (s. → Sachregister: Mahakala) verwendet.

Großer Friedensstifter
Als Hurone oder Onondaga geborener legendärer Visionär und Gründer des Bunds der Haudenosaunee (s. → Sachregister: Haudenosaunee) namens Deganawidah. Aus Respekt wird dieser Name von den Haudenosaunee allerdings meist nicht verwandt. Wie auch bei seinem Helfer → Hiawatha sind die Lebensdaten nicht überliefert. Ebenso unterscheiden sich die Einzelheiten über das jeweilige Leben in den vielen unterschiedlichen über diese beiden existierenden Legenden.

Guru Rinpoche
Tibetischer Ehrentitel → Padmasambhavas mit der Bedeutung Kostbarer Lehrer. vgl. auch → Sachregister: Rinpoche.

Gyeltshen
1943 geborener Sohn → Lobsang Paldens und → Jigme Wangchuks, der → Sherab Khyentse im Mai 1956 kennenlernt. Der tibetische Name lässt sich mit Siegesbanner übersetzen.

Hiawatha
Ein Krieger der Onondaga und/oder Mohawk, der zusammen mit der Klanmutter Jigonhsasee als Helfer des → Großen Friedensstifters eine wesentliche Rolle bei der Befriedung der irokesischen Völker und der Gründung der Irokesenliga (s. Sachregister: → Irokesenliga, → Haudenosaunee) gespielt hat.

Jamyang
Name, den → Gendün der Liebe seines Lebens (s. → Gendüns Liebster) insgeheim gegeben hat. Der tibetische Name mit der ungefähren Bedeutung Melodische, sanft-freundliche Stimme ist auch Bezeichnung für den im Sanskrit Manjughosha (dt.: Der einen lieblichen Ton von sich Gebende) genannten Aspekt der sowohl als Bodhisattwa als auch als Buddha betrachteten Verkörperung von Weisheit Manjushri.

Jigme Wangchuk
Aus reicher bhutanischer Kaufmannsfamilie stammend ehelicht Jigme Wangchuk, dessen tibetischer Name Furchtloser, mächtiger Mann bedeutet, 1941 → Lobsang Palden und zeugt mit ihr zwei Kinder: → Sönam und → Gyeltshen. Das dritte Kind ist durch eine von Jigme verursachte Fehlgeburt ums Leben gekommen. 1961 stirbt Jigme bei einem Unfall.

Junges Reh
Name, den die zwanzigjährige zweite Gattin (*1700, †???) von → Christian Alte Eiche bei den Onondaga erhalten hat. An den Namen, den ihre englisch-schottischen Eltern ihr gegeben hatten, hat sie sich nach deren Tötung sowie ihrer Gruppenvergewaltigung und Versklavung nicht mehr erinnert.

Kommandant Chu
s. → Chu.

Kommandant Weng
s. → Weng.

Kosaladevi
Tochter von König Sanjaya Mahakosala sowie Schwester seines Nachfolgers König → Prasenajit vom der Vrji-Konföderation angehörigen Klan der Kosala. Gemäß buddhistischer Überlieferung gilt die Gattin → Bimbisaras als Mutter → Ajatashatrus. Im Text ist sie seine Ziehmutter und 493 v. Chr. von ihm ermordet worden.

Kshudraka
Ein Sohn König → Prasenajits von Kosala. In einigen Quellen wird sein Name statt dem → Virudhakas als auf Prasenajit folgender Herrscher Kosalas angegeben.

Kunika
Der wahrscheinlich aus dem Pali stammende Name bedeutet Wunder Finger und war ein Beiname → Ajatashatrus.

Lhodrag
s. → Thubten Lhodrag Rinpoche.

Li
Nachname von → Sherab Khyentses persönlichem chinesischen Bewacher im Zwangsarbeitslager, der statt des erhofften Studiums unmittelbar nach seinem Schulabschluss zur Armee eingezogen worden ist.

Lobsang Palden
Tochter (*1925, †1962) einer Kaufmannsfamilie, deren tibetischer Name in etwa Eine, die ehrwürdig und von edler Gesinnung ist bedeutet.

Löffel
Rufname des Chefkochs im Zwangsarbeitslager, einem heimlich dem Islam anhängenden Uiguren, der zu einem der besten Freunde → Sherab Khyentses wird und ihm den Namen → Wangzi gibt.

Lumbini
Ehefrau → Vinodadakshas, Mutter von → Savitri und gleichzeitig heilkräuterkundige Assistentin des Dorfarztes. Auf Sanskrit bedeutet ihr Name Die Liebliche. Lumbini heißt auch der Park oder Garten, in dem Siddhartha Gautama (s. → Buddha Shakyamuni) geboren sein soll.

Mahavira
Sanskrit-Ehrentitel des als Prinz Vardhamana geborenen Begründers bzw. nach anderer Auffassung wesentlichen Reformers des Jainismus (*ca. 599/497/480 – 527/425/408 v. Chr.) mit der Bedeutung Großer Held. Die Mutter des Mahavira war nach einigen Quellen wie im Text eine Schwester König → Chetakas, nach anderen seine Tochter.

Malini
Erste Tochter (*ca. 308 v. Chr., †???) → Suharas. Ihr Name bedeutet auf Sanskrit Die mit einem Kranz, einer Girlande (aus Blumen) Geschmückte.

Matamahi
Sanskritwort für die Großmutter mütterlicherseits. So redet → Ajatashatru die Gattin → König Chetakas und Mutter seiner leiblichen Mutter → Chelana an.

Migmar
Ältester Sohn → Chenmos, der anstelle seines verstorbenen Vaters die Rolle des Haushaltsvorstands einnimmt. Sein tibetischer Name bedeutet, dass er an einem Dienstag geboren ist.

Milarepa
Der als Mila Thöpaga (Tibetisch für Eine Freude zu hören) geborene Jetsün Milarepa (*1040/1052, †1135) gilt nicht nur als der berühmteste Yogi und Tantriker Tibets, sondern auch als einer der größten Dichter des Landes. Der Schüler des berühmten Marpa war u.a. Lehrer → Gampopas. In seiner Jugend soll Milarepa die schlechte Behandlung, die seine Mutter und er nach dem Tod seines reichen Vaters durch gierige Verwandte erfahren haben, durch Anwendung schwarzer Magie gerächt und viele Menschen ermordet haben. Nachdem er während einer entbehrungsreichen Zeit unter anderem mehrere Türme hatte bauen und wieder abtragen müssen, um sich von seinem schlechten Karma zu befreien, hat er schließlich Erwachen erlangt.

Nandini
Erste Gattin → Suharas aus einem dem Maurya-Reich ursprünglich feindlich gesinnten Fürstentum (vgl. → Ortsregister: Nandinis Heimat). Ihr Name, der in der indischen Mythologie häufig für die Göttin Parvati – Shivas Ehefrau – benutzt wird, bedeutet auf Sanskrit Die Freude Bringende.

Naropa
In Indien geborener buddhistischer Meister und → Mahasiddha (s. → Sachregister: Mahasiddha) (*1016, †1100). Als Schüler → Tilopas und Lehrer Marpas wichtiges Glied in der Übertragungskette der Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. Verfasser der Sechs Yogas des Naropa (s. → Sachregister: Sechs Yogas des Naropa).

Ngawang
Besucher des heiligen Bergs, der Tamdin das Lesen beibringt, und dessen Name auf Tibetisch so viel wie Einer, der über eine machtvolle Sprache verfügt oder einfacher ausgedrückt Herr der Sprache bedeutet.

Norbu
1943 geborener Sohn → Padmas mit → Wangmo. 1958 heiratet Norbu, dessen Name auf Tibetisch so viel bedeutet wie Kostbares Juwel, → Sönam.

Ösel
Dem → Berggeist von → Pema verliehener tibetischer Name mit der Bedeutung Den Glanz hellen, klaren Lichts ausstrahlend.

Onkel Siddhartha

Siddhartha Gautama ist die Sanskritversion des Geburtsnamens des historischen Buddhas, Siddhattha Gotama die Paliversion. Im Text auch → Gautama Buddha, Buddha, → Buddha Shakyamuni, der Erwachte und der → Tathagata genannt. Onkel bezeichnet in diesem Fall keinen wirklichen Verwandtschaftsgrad, sondern ist die respekt- und liebevolle Anrede, die → Ajatashatru als Kind zu benutzen erlaubt war und derer er sich später als Schüler des Erwachten bedient, um seine Zuneigung zu diesem auszudrücken.

Padma
Seit 1942 Beiname → Dorje Tserings, den er als Führer von Handelskarawanen von einem Inder erhalten hat, der Schwierigkeiten mit der Aussprache der tibetischen Namen hatte.

Padmasambhava
Der Yogi mit dem Sanskritnamen Lotosgeborener wirkte während der Herrschaft des Königs Thrisong Detsen (8./9. Jh. n. Chr.) und gilt als Begründer des Buddhismus in Tibet, wo er → Guru Rinpoche genannt wird.

Padmini
Tochter (*301 v. Chr., †299 v. Chr.) → Suharas und → Savitris. Ihr Name ist eine Kombination der Sanskritwörter padma (Lotos) und ini (habend) und bedeutet demnach so etwas wie Voller Lotose (wie z.B. ein Teich) oder Besitzt Lotosblüten, was im übertragenen Sinne auch Schön bedeuten kann.

Pasang
Nur wenige Tage nach seiner Hochzeit verunglückter Sohn → Chenmos und Gatte → Dechens. Sein tibetischer Name bedeutet, dass er an einem Freitag geboren ist.

Pema
→ s. Dakpo Pema.

Pemas Mutter
Die Mutter → Dakpo Pemas, eine vergleichsweise reiche tibetische Kaufmannsfrau aus Dakpo, die als Laie ernsthaft dem buddhistischen Pfad folgt.

Prasenajit
König von Kosala aus der Ikshvaku-Dynastie und als Sohn von Sanjaya Mahakosala ein Bruder von → Kosaladevi. Außerdem Vater von → Vajira, → Virudhaka und → Kshudraka.

Priester des Rudratempels
Alter, weißbärtiger Mann, über de
n weiter nichts bekannt ist als die Informationen in Buch 4, im Kapitel Rudras Gattin.

Püntsok, Tochter
Uneheliche Tochter Padmas mit einer an schweren Verbrennungen leidenden Frau gleichen Namens, die in einer Hütte vor den Klostermauern Samdings Zuflucht gefunden hat. Erst als das Kind fast drei Jahre alt ist, erfährt Sherab Khyentse bei einem Besuch des Klosters von Padmas Vaterschaft. Die als Trulku Erkannte stirbt wenig später auf der Flucht.

Püntsok, Mutter
s. → Püntsok, Tochter.

Ramachandra Dharavishaputra
Sohn (Sanskrit: putra) → Dharavishas und damit Onkel zweiten Grades von → Ajatashatru. Im Text erscheint Ramachandra (*537 v. Chr., †???) als hochrangiger Verbindungsoffizier der Armee von Licchavi. Das Sanskritwort Ramachandra ist ein Kompositum aus dem Adjektiv rama und dem Substantiv chandra und bedeutet so viel wie Wegen seiner großen Anziehungskraft geliebter und erfreuender Mond. Ramachandra ist weiterhin eine Namensvariante von Rama, dem siebten Avatar des hinduistischen Gottes Vishnu, dessen Leben im Ramayana-Epos beschrieben wird.

Rangjung Rigpe Dorje
Der Sechzehnte Karmapa (*24.08.1924, †05.11.1981), also die 15. Wiedergeburt → Düsum Khyenpas, dessen tibetischer Name in etwa Selbstentstehendes Wissen des Unzerstörbaren bedeutet, hat als Linienhalter der Kagyü-Schulen nicht nur in Tibet eine bedeutende Rolle gespielt, sondern nach seiner Flucht 1959 entscheidend dazu beigetragen, den Buddhismus in der westlichen Welt bekannt zu machen. Zu diesem Zweck hat er zahlreiche buddhistische Zentren errichten lassen und ist viel gereist.

Rinchen Chözom Rinpoche
Ein hochbetagter Trulku im Kloster Tsurphu, von dem sich nicht einmal der 16. Karmapa sicher ist, ob er nicht möglicherweise ein Geist ist. Der Rinpoche mit dem Namen Dharma-Sammler-Juwel spielt eine entscheidende Rolle für das Erwachen → Sherab Khyentses, der allerdings Zweifel hegt, ob ihn seine Erinnerung an den Namen Rinpoches nicht trügt.

Rudra Pranayini
Junge Frau, die um 1.000 v. Chr. als dem vedischen Gott Rudra Geweihte in einem diesem gewidmeten Tempel lebt. Daher wird sie im Text auch Rudrageweihte genannt. Auf Sanskrit bedeutet Rudra Pranayini so viel wie Die dem Rudra ans Herz Gewachsene, wobei pranayini neben Geliebter und Ehefrau auch Anbeterin und Verehrerin bedeuten kann.

Sarasvati
Nach der hinduistischen Göttin des Wissens, Lernens, der Weisheit, Musik und der Künste benannte Mutter → Suharas sowie erste Gattin → Chandragupta Mauryas, die diesen bereits aus Kindertagen gekannt hat.

Satyavana
Männlicher Protagonist der Erzählung des dritten Buchs der Mahabharata »Die Legende von Savitri und Satyavana«, dessen Name auf Sanskrit Der Ehrliche bedeutet.

Savitri
Tochter (*322 v. Chr., †299 v. Chr.) → Vinodadakshas und → Lumbinis, Verlobte → Anandas und spätere vierte Gattin → Suharas. Ihr Name ist abgeleitet vom vedischen Sonnengott Savitr, was auf Sanskrit so viel wie Beleber bedeutet. Die weibliche Protagonistin der Erzählung des dritten Buchs der Mahabharata »Die Legende von Savitri und Satyavana« heißt ebenfalls Savitri.

der Sechzehnte
Kurzbezeichnung für den Sechzehnten Karmapa, → Rangjung Rigpe Dorje.

Sherab Khyentse
Mönchsname → Dorje Tserings, den ihm der → Sechzehnte Karmapa nach der Vereinigung → Padmas mit dem → Berggeist verliehen hat. Der tibetische Name bedeutet in etwa Einer, der Weisheit und Mitgefühl intuitiv begreift.

Simha
Die Sanskritbezeichnung für Löwe wurde im alten Indien generell auch als Ehrentitel verwendet. Im Text ist Simha der Kampfname → Vivekanandas.

Sönam
1942 geborene Tochter → Lobsang Paldens, die 1956 → Sherab Khyentse kennenlernt. Der stellt ihr einige Wochen später seinen Sohn → Norbu vor, den sie Ende 1958 heiratet. Ihr tibetischer Name bedeutet so viel wie Die Verdienstvolle/Tugendhafte.

Songtsen
Aufgrund der kantonesischen Aussprache → Zong Zhens und der lautlichen Ähnlichkeit mit → Songtsen Gampo von → Wangzi irrtümlich für den Namen der Rotgardistin gehalten.

Songtsen Gampo
Der 33. König der Yarlung-Dynastie (*557-617, †649), war Gründer des ersten tibetischen Großreichs und gilt als erster der drei sogenannten Dharma-Könige, die sich um die Einführung des Buddhismus in Tibet verdient gemacht haben.

Subhadrangi
Zweite Gattin → Bindusaras. Auf Sanskrit bedeutet ihr Name in etwa Sehr gesegnet, Glückverheißend. In historischen Quellen wird sie auch Dharma oder Janapadakalyani genannt. Subhadrangi war die Tochter eines Brahmanen und Mutter von → Ashoka.

Sugata
Ein um zwei Jahre als der erstgeborene → Udayabhadra jüngerer Sohn → Ajatashatrus. Auf Sanskrit bedeutet der Name Einer, der gut gegangen ist, seinen Weg gemeistert hat.

Suhara
Suhara Chandragupta Maurya erscheint im Text als während seiner Amnesie → Vijaya genannter Kronprinz von Magadha (*325 v. Chr., †299 v. Chr.). Auf Sanskrit bedeutet Suhara so viel wie Einer, der exzellent in der Eroberung durch Angriff ist bzw. Einer, der das bekommt, wonach er greift.

Sushima
Sushima Maurya (*vor 304 v. Chr., †274/270 v. Chr.). Erstgeborener Sohn → Bindusaras. Halbbruder von → Ashoka dem Großen. Von Bindusara als Thronfolger vorgesehen wurde er in dem auf dessen Tod folgenden Thronfolgekrieg von Ashoka ermordet.

Tamdin
s. → Sachregister: Tamdin.

Tamdin Ösel
s. → Ösel und → Sachregister: Tamdin.

Tashi
Der um ein Jahr jüngere Bruder → Padmas, dessen Name auf Tibetisch Der Glückliche/Erfolgreiche bedeutet, ist der jüngste der Brüder und trotz seiner Einfältigkeit und Ungeschicklichkeit Padmas Lieblingsbruder.

Tathagata
Einer der Titel → Buddha Shakyamunis, der auf Sanskrit und Pali Der so Gegangene bedeutet.

Tenzin
Älteste Schwester → Padmas.

Tenzin Gyatso
Der Vierzehnte Dalai Lama (*06.07.1935) ist Linienhalter der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus und war von seiner Inthronisation 1940 bis zu seinem Rücktritt 2011 Oberhaupt der tibetischen Regierung. Im Westen gilt er als Geistliches Oberhaupt der Tibeter. Der 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Dalai Lama wird als Emanation des Bodhisattwas Avalokiteshvara (s. → Tschenresig) angesehen.

Teufelsaustreiber
Bei diesen beiden Mördern von → Große Schlange handelt es sich um zwei Brüder europäischer Herkunft, von denen → Christian Alte Eiche vermutet, dass sie sich selbst als Jäger und Händler betrachten. Über sie ist nichts weiter bekannt als das im Text Geschilderte.

Thomas
s. → Thomas Heller Bär

Thomas Heller Bär
Adoptivsohn (*ca. 1712, †???) von → Große Schlange, der bis zur Auffindung seines Schutzgeists nur mit seinem Taufnamen Thomas bezeichnet wird. Designierter Nachfolger von → Christian Alte Eiche als Medizinmann der Winnebago (s. Sachregister: → Winnebago).

Thubten
s. → Thubten Lhodrag Rinpoche.

Thubten Lhodrag Rinpoche
Titel, der dem Ich-Erzähler im weiteren Verlauf der Erzählung verliehen wird, wobei der tibetische, Buddha-Dharma bedeutete Name Thubten
verdeutlichen soll, dass sein Träger sich zu einer Verkörperung der Lehre Buddhas gemacht hat. Lhodrag hingegen ist ursprünglich kein Name, sondern die Bezeichnung einer im Süden an Bhutan grenzenden, im Südosten des heute zur Volksrepublik China gehörenden Autonomen Gebiets Tibet liegenden historischen tibetischen Region mit der ungefähren Bedeutung Südliche Felsen. Allerdings spielt der mögliche geographische Bezug eine untergeordnete Rolle. Vielmehr soll der Name auf die Eigenschaften des Trägers hinweisen: unerschütterlich wie ein Fels im Dharma ruhend und dabei Mitgefühl verbreitend wie ein von der Sonne erhitzter Stein Wärme abstrahlt.

Tilopa
Der indische Tantriker (*988, †1069) und Mahasiddha (s. → Sachregister: Mahasiddha) bildete wie sein Schüler → Naropa ein wichtiges Glied in der Übertragungslinie der Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus.

Tragtung
Andere Bezeichnung für den → Berggeist. Der Bluttrinker bedeutende tibetische Ausdruck ist die im Vajrayana-Buddhismus gebräuchliche Übersetzung für das Sanskritwort heruka, mit dem zornvolle Erscheinungsformen eines Buddhas bezeichnet werden.

s. dazu auch Infos auf www.tragtung.de/ueber-tragtung.

Trunkenbold
Junger Mann, der in der Nachbarschaft von → Lobsangs Gehöft in eine Bauernfamilie eingeheiratet hat. Seitdem vertrinkt er den Familienbesitz, stiftet Unruhe und hat den alkoholkranken → Jigme erneut an die Flasche gebracht.

Tsültrim Drölma
Nonnenname von → Lobsang Palden, der im Tibetischen so viel bedeutet wie Tugendhafte Verkörperung der Retterin Tara.

Udayabhadra
Erstgeborener Sohn → Ajatashatrus mit → Vajira. Zwischen ca. 461 und 445/440 v. Chr. Herrscher der Haryanka-Dynastie in Magadha. Der Name bedeutet auf Sanskrit in etwa Anbruch einer Glück verheißenden Zeit.

Vajira
Tochter König Prasenajits von Kosala mit seiner Gattin Mallika und damit → Kosaladevis Nichte. Außerdem zweite Gattin → Ajatashatrus und Mutter → Udayabhadras.

Vibhava
Ältester Sohn → König Chetakas. Der Sanskritname bedeutet so viel wie Edelmütiger Freund.

Vijaya
Aus dem Sanskrit stammender anderer Name für → Suhara mit der Bedeutung Sieger, den ihm → Savitri während seiner Amnesie verleiht.

Vinodadaksha
Arzt und → Savitris Vater. Der Name setzt sich aus den Bestandteilen vinoda (Sanskrit: voller Freude) und daksha (Sanskrit: geschickt) zusammen.

Virudhaka
Sohn König Prasenajits von Kosala. Während der Abwesenheit des Vaters von dessen Premierminister Dhiga Charayana zum Nachfolger des Königs ernannt. Andere Quellen geben → Kshudraka als Nachfolger Prasenajits an.

Vivekananda
Hauptmann (*298 v. Chr., †261 v. Chr.) der Kalinga-Armee mit dem Kampfnamen → Simha. Vor dem Kalinga-Krieg war der verheiratete Vater von mehreren Kindern Klanführer in einem unweit der Grenze zu Magadha gelegenen Dorf.

Wangmo
Die 1921 geborene Gattin → Dhöndrups und Mutter von → Norbu und → Chödrak ist von 1942 bis Ende 1955 → Padmas tantrische Gefährtin. → Sherab Khyentse ist sie eine treue Freundin.

Wangzi
Das Prinz bedeutende Mandarin-Wort mit der Betonung Wángzǐ ist von → Löffel als Anrede für → Sherab Khyentse gewählt worden, da er dessen richtigen Namen nicht kannte, sich aber weigerte, den Häftling wie von Kommandant → Chu gefordert → Wazi zu nennen.

Wazi
Von Lagerkommandant → Chu für → Sherab Khyentse benutzter Name. Wázi ausgesprochen, ist dieses Wort im Mandarin ein eher altertümlicher Ausdruck für einen Han, der von einem Nicht-Han als Sklave gehalten wird. Im Verhältnis Chus und Sherab Khyentses macht dieser Begriff daher eigentlich keinen Sinn. Möglicherweise ist der Grund für die Wahl dieses ungewöhnlichen Worts in dessen zweiter Bedeutung zu suchen. Wazi bedeutet nämlich auch Säugling. Kommandant Chu hat sich bei seiner Wortwahl eventuell von der Zahnlosigkeit Sherab Khyentses inspirieren lassen – oder auch von der Idee, in seinem Gefangenen ein ihm hilflos ausgeliefertes Wesen sehen zu wollen.

Weng
Nachfolger von Kommandant → Chu als Leiter des Zwangsarbeitslagers, in dem u.a. → Sherab Khyentse interniert ist.

Wu Jian Jie, Dr.
Der Mittvierziger ist als Nachfolger → Dr. Fengs Freund und Unterstützer → Thubten Lhodrag Rinpoches. Nach der gemeinsamen Flucht wird er zum Begleiter → Gendüns. Der Name Wú leitet sich von der altchinesischen Provinz gleichen Namens ab. Jiàn bedeutet so viel wie Der Starke, Gesunde, Geschickte, während der Vorname Jié ungefähr mit Der Herausragende, Held übersetzt werden kann.

Zellengenosse
Als Spitzel in → Sherab Khyentses Zelle verlegter Mithäftling, der von diesem auf eigenen Wunsch hin erwürgt wird. Der Name dieses vermutlich aus Amdo stammenden Manns von kleiner Statur, der aller Wahrscheinlichkeit nach der Chushi Gangdruk angehört hat, ist unbekannt.

Zong Zhen
Die als Tochter (*1946, †1966) eines wohlhabenden Kuomintang-Funktionärs in Guangzhou geborene Rotgardistin ist letzte Kommandantin des Zwangsarbeitslagers, in dem u.a. → Sherab Khyentse interniert ist. Im Kantonesischen, in dem ihr Name Tsong Tsen ausgesprochen wird, bedeutet Zhen so viel wie Wertvoller Schatz.

Aus historischen Quellen oder literarischen Texten bekannte Personen in Kursivschrift

Abhasvara
Leibarzt König → Ajatashatrus, dessen Name auf Sanskrit in etwa Der hell Glänzende bedeutet. Aus dem Text lässt sich schließen, dass der mutige Anhänger → Buddha Shakyamunis um einige Jahre älter als sein königlicher Freund ist.

Ajatashatru
König von Magadha aus der Haryanka-Dynastie, auch → Kunika genannt (Regierungszeit ca. 494/491 v. Chr. – 461/459 v. Chr.). Der Sanskritname bedeutet so viel wie Ohne Feinde.

Alexander der Große
Alexander III. von Makedonien (*20. Juli 356 v. Chr. in Pella, †10. Juni 323 v. Chr. in Babylon). Von 336 v. Chr. bis zu seinem Tod König von Makedonien und Hegemon des Korinthischen Bundes.

Alte Eiche
s. → Christian Alte Eiche.

Alte Gebrochene Nase
Nach einem Mythos der Onondaga ein ursprünglich als Unser Großvater betitelter Fremder, der sich mit dem Schöpfer in dessen Version als Geistermedizinmann einen Wettkampf um das Bewegen eines Bergs liefert. Der Fremde bringt den Berg lediglich zum Erbeben, während der Schöpfer ihn mühelos von der Stelle bewegt. Da der Fremde sich dabei trotz Warnung unvorsichtig verhält, prallt ihm der Berg gegen die Nase und zerschmettert sie. Obwohl der Geistermedizinmann den Fremden sofort heilt, bleibt seine Nase zum Andenken an seine Selbstüberschätzung schief. Doch lernt er zum Ausgleich für diesen Schaden vom Geistermedizinmann die Kunst des Heilens. Wenn er in der sein Gesicht darstellenden Maske Gestalt annimmt, wird diese dadurch zu einer Personifikation von Heilung.

alte Yogini
Eine betagte Frau, die ihren Lebensabend damit verbringt, auf dem in Pemakö gelegenen heiligen Berg die sog. inneren und äußeren Yogas des tantrischen Buddhismus zu üben.

Amchi aus Dhöndrups Nachbarhaus
Der spätere neue Chökyong vom Heiligen Berg ist ein hochbetagter Arzt tibetischer Tradition, dessen Familie seit Generationen das neben → Dhöndrups Heim gelegene Haus bewohnt.

Amchi aus Sherab Khyentses Baracke
Äußerst gebildeter tibetischer Häftling mittleren Alters, der hervorragend Chinesisch spricht und offenbar dank → Sherab Khyentse heimlich mit → Dr. Feng und später auch mit → Dr. Wu zusammenarbeitet.

Amchi des Dalai Lamas
Den → Dalai Lama auf seiner Flucht betreuender tibetischer Arzt.

Amchi des Klosters Gaden Namgyal Lhatse
Tibetischer Arzt in dem in Tawang gelegenen Kloster, von dem Sherab Khyentse seine Tochter Püntsok behandeln lassen will und anschließend selbst medizinisch betreut wird.

Amchi von Daklha Gampo
Ungefähr um die Mitte 50 alter Mönch und Arzt tibetischer Tradition, dessen Eltern in seinem Beisein von Räubern ermordet wurden, als er noch sehr klein war.

Amitabha
Nach dem gleichnamigen Buddha (s. → Sachregister: Amitabha, Buddha) benannter Sohn (*302 v. Chr., †299 v. Chr.) → Suharas und → Savitris.

Ananda
Nach dem langjährigen Begleiter → Buddha Shakyamunis benannter Yogalehrer und Bräutigam → Savitris, dessen auf Sanskrit soviel wie Der Glückliche bedeutet.

Angulimala
Legendärer Straßenräuber, der jedem, den er getötet hatte, einen Finger abnahm und auf eine um seinen Hals getragene Kette zog. Daher sein Name, der auf Sanskrit Fingerkette bedeutet. Angulimala wurde von → Gautama Buddha veranlasst, diesem Leben abzuschwören und seinen Lehren zu folgen.

Ashoka
Ashoka Maurya (*304 v. Chr., †232 v. Chr.), auch Ashoka der Große genannt. Als Herrscher des Maurya-Reichs regierte er von 269 bis 232 v. Chr. Sein Name bedeutet so viel wie Ohne Leid. Neben vielen anderen Bezeichnungen trug er u.a. den Schimpfnamen → Chandashoka und später den Ehrennamen → Dhammashoka.

Begleiter → Suharas
Für die weitere Umgebung des Palasts in Pataliputra zuständiger Sicherheitsoffizier.

Berggeist
Auch → Chökyong, Tamdin (s. → Sachregister: Tamdin), Dämon und → Tragtung bzw. → Bluttrinker genannter Protagonist der Erzählung.

Bimbisara
König Magadhas aus der Haryanka-Dynastie (*558 v. Chr., †491 v. Chr.; Regierungszeit 546/542 – 494/492 v. Chr.). Der Vater → Ajatashatrus galt u.a. wegen seiner ausgedehnten Heiratspolitik als großer Diplomat, schuf aber auch ein durchorganisiertes Verwaltungssystem.

Bindusara
Herrscher aus der Maurya-Dynastie (*320 v. Chr., †272 v. Chr.), der zwischen 298 v. Chr. und ca. 272 v. Chr. das gleichnamige Großreich regierte. Der historischen Überlieferung nach war er ein Sohn → Chandragupta Mauryas mit dessen Gattin Durdhara und u.a. Vater von → Sushima und → Ashoka. Der Legende nach erhielt Chandragupta von seinem Berater → Chanakya zum Schutz vor Vergiftung regelmäßig geringe Dosen Gift. Wenige Tage vor der Niederkunft soll Durdhara unmittelbar nach dem versehentlichen Verzehr der Speise ihres Gemahls gestorben sein. Genau in diesem Moment betrat Chanakya angeblich ihr Gemach und rettete das Kind durch den ersten Kaiserschnitt der Weltgeschichte. Dabei geriet ein Tropfen des Gifts auf den Kopf des Säuglings und hinterließ einen bläulichen Flecken. Der Name Bindusara (Bindu bedeutet Tropfen auf Sanskrit) ist der Überlieferung nach von diesem Geschehen abgeleitet.

Bluttrinker
s. → Tragtung.

Buddha Shakyamuni
Wird der als Siddhartha Gautama geborene historische Buddha genannt (*ca. 563/480 v. Chr., †ca. 483/400 v. Chr.). Genau wie Buddha (Sanskrit für Der Erwachte) ist Shakyamuni ein Ehrentitel (Sanskrit für Der Weise aus dem Geschlecht der Shakya).

Chanakya
Indischer Lehrer, Philosoph, Ökonom, Jurist und königlicher Berater (*350 v. Chr., †283 v. Chr.). Traditionell wird Chanakya mit Kautilya bzw. Vishnu Gupta identifiziert, dem Verfasser des Arthashastra, des bedeutendsten Werks der altindischen Staatstheorie.

Chandashoka
Sanskrit-Schimpfname für → Ashoka mit der Bedeutung Ashoka, der grausam Unerbittliche.

Chandragupta
Chandragupta Maurya (*340 v. Chr., †298 v. Chr.) war Begründer der Maurya-Dynastie in Magadha und erster Herrscher in der Geschichte Indiens, der ein fast den gesamten indischen Subkontinent umspannendes Großreich schuf. Den Quellen nach regierte er von 322 v. Chr. bis 298 v. Chr., war Vater → Bindusaras und u.a. Großvater von → Sushima und → Ashoka. Im Text erscheint er darüber hinaus als Vater → Suharas. Chandragupta bedeutet so viel wie Vom Mond geschützt, während der Sippenname Maurya in Legenden mit dem Pfau (mora auf Pali, mayura auf Sanskrit) in Zusammenhang gebracht wird. Dementsprechend erklärt eine überlieferte Erzählung die Vorfahren der Mauryas zu Pfauenzüchtern.

Chelana
Tochter von König → Chetaka. Gemäß jainistischer Tradition gilt die Gattin König → Bimbisaras als die Mutter von → Ajatashatru.

Chenmo
Etwa 1918 geborene kräuterkundige Witwe, die ein kleines Bauernhaus in einem einsam im Grenzgebiet zu Bhutan gelegenen Weiler bewohnt und dort den Amchi ersetzt. Schwiegermutter → Dechens, Mutter → Pasangs sowie → Migmars. Ihr tibetischer Name bedeutet Riesig.

Chetaka
Im 6./5. Jh. v. Chr. als Herrscher der Stammesoligarchie der Licchavi (vgl. gleichnamigen Eintrag im → Sachregister) Wahlkönig des Staatenbunds der Vrji (ebenfalls im → Sachregister erklärt). Historisch gesichert ist lediglich, dass er ein Onkel des → Mahavira sowie Zeitgenosse → Gautama Buddhas war. Im Text erscheint er dazu als Bruder → Dharavishas, Großvater und Vater → Ajatashatrus sowie Onkel → Ramachandras.

Chinesischer Militärarzt
Sanitätsoffizier im Untersuchungsgefängnis, der → Sherab Khyentse zunächst das Leben rettet, um ihn nach dem Misserfolg der darauffolgenden Verhöre zum Gegenstand von Humanversuchen zu machen. Der Mann, über den weiter nichts bekannt ist, als dass er ein guter Bekannter von Kommandant → Chu ist, sorgt dafür, dass sein Gefangener nach einer versuchsbedingten Hirnschädigung in das von Chu geleitete Zwangsarbeitslager überstellt wird.

Chödrak
Von → Padma gezeugte Tochter (*1945) → Dhöndrups und → Wangmos, deren Name auf Tibetisch in etwa Verbreiterin des Dharma bedeutet. Ihr Bruder ist → Norbu.

Chökyong
Name → Pemas für den → Berggeist. Bei dem Wort handelt es sich um die tibetische Übersetzung des Sanskritkompositums Dharmapala, was so viel wie Schützer der Lehre bedeutet.

Christian Alte Eiche
Name von → Große Schlange, nachdem ihm die Vision von einem Gespräch mit Jesus Christus das Leben gerettet hat.

Chu
Mit dem Folterarzt (s. → chinesischer Militärarzt) im Untersuchungsgefängnis bekannter Kommandant des Zwangsarbeitslagers, in das → Sherab Khyentse eingewiesen wird. Die Aussprache des chinesischen Namens lautet Chǔ.

CIA-Mann
Mitarbeiter des US-amerikanischen Geheimdiensts, der → Padma Kriegsgerät überlässt.

Dakpo Pema
Eine entlaufene Braut (*1466, †1536), die auf einem heiligen Berg im Südosten Tibets zur Yogini wird. Pemas Familienname Dakpo leitet sich von der gleichnamigen Gegend ab, aus der ihre Familie stammt. Der Vorname ist das tibetische Pendant zu padma, dem Sanskritwort für Lotos.

Dechen
Schwiegertochter → Chenmos, in deren Haus sie seit dem Tod ihres Gatten → Pasang wohnt. Sie ist mehrere Jahre jünger als → Sherab Khyentse, der mit ihr beinahe sein Keuschheitsgelübde gebrochen hätte. Ihr tibetischer Name bedeutet in etwa Große Glückseligkeit.

Dechen Chökyi Drönma
Die 12. Samding Dorje Phagmo (s. → Sachregister: Samding Dorje Phagmo) (*1938 oder 1942) ist ein wichtiger weiblicher Trulku der Bodongpa-Schule des tibetischen Buddhismus und Äbtissin des Klosters Samding (s. → Ortsverzeichnis: Samding). Nach ihrer Flucht aus Tibet 1959 kehrte sie offenbar relativ bald in ihr Heimatland zurück. Die Angaben über ihre Flucht und Rückkehr weichen stark voneinander ab. Die Bewertung der Annahme verschiedenster Posten innerhalb der Tibetischen Autonomen Region der Volksrepublik China durch sie ist ebenfalls sehr unterschiedlich und reicht von geschickter Pragmatismus bis zu Kollaboration mit den Chinesen.

Dhammashoka
Pali-Ehrenname → Ashokas mit der Bedeutung Ashoka, der dem Dharma folgt.

Dhana Nanda
Zwischen 329 und 321 v. Chr. König von Magadha und letzter Herrscher der Nanda-Dynastie. Das von ihm nach dem Sieg Chandraguptas über seine gutgerüstete Armee erlittene Schicksal ist ungewiss.

Dharani
Erste Gattin (*508 v. Chr., †473 v. Chr.) → Ajatashatrus und Mutter von → Sugata. Das Sanskritwort bedeutet Das, was einen oder etwas trägt und wird daher z.B. für die Erde i.S.v. Boden, aber auch für tragende Balken oder im übertragenen Sinne für Duldsamkeit benutzt.

Dharavisha
Jüngerer Bruder (*551 v. Chr., †475 v. Chr.) → König Chetakas und damit Großonkel von → Ajatashatru; außerdem Vater → Ramachandras. Unter Chetaka Oberkommandierender der Streitkräfte Licchavis, unter Ajatashatru dessen Regent. Das Sanskritwort bedeutet Schwert.

Dharmorakshita
Ein erfahrener buddhistischer Mönch sowie Lehrer aus dem in der Nähe von → Savitris Dorf gelegenen Kloster. Er dürfte um einiges älter als → Suhara sein. Der Sanskritname bedeutet Bewahre das Dharma.

Dhöndrup
Im Osten Bhutans wohnender wohlhabender Kaufmann (*1920) und enger Freund → Padmas, der für ihn die Kinder → Norbu und → Chödrak gezeugt hat, da Dhöndrup aufgrund einer Mumpserkrankung im Jugendalter zeugungsunfähig ist. Mit → Wangmo verheiratet. Sein tibetischer Name bedeutet in etwa Einer, der erfolgreich in der Umsetzung seiner Wünsche ist.

Dongyü Nyima
Name des 8. Khamtrul Rinpoche (s. Sachregister: → Khamtrul Rinpoche) (*1931, †1980), der vor seiner Flucht aus Tibet seinen Hauptsitz im Kloster Khampagar hatte. 1958 floh er über Lhasa, wo er vom Dalai Lama empfangen wurde, sowie einige andere bedeutende tibetische Pilgerstätten nach Sikkim und von dort weiter in das in Westbengalen gelegene Kalimpong. 1969 übersiedelte er mit vielen Mitgliedern der tibetischen Exilgemeinde in den indischen Bundesstaat Himachal Pradesh, wo er von der indischen Regierung in der Nähe eines kleinen Dorfs Land zugewiesen bekam, das er Tashi Jong (Glückliches Tal) nannte. Hier baute er das Exil-Kloster Khampagar auf, dessen Besonderheit bis heute ist, dass ihm eine Reihe von Togdens (s. Sachregister: → Togden) angeschlossen sind.

Dorje Tsering
Wird der Protagonist der Bücher 5-8 in seiner Kindheit genannt. Die tibetische Namenskombination bedeutet in etwa Unzerstörbar langes Leben. s. auch → Padma und → Sherab Khyentse.

Dr. Feng
→ s. Feng, Dr.

Dr. Wu
→ s. Wu Jian Jie, Dr.

Drölma
Name der Mutter → Sherab Khyentses (s. auch Sachregister → Drölma).

Düsum Khyenpa
Ehrentitel des Gründers der Karma-Kagyü-Schule, einer der vier großen Richtungen des tibetischen Buddhismus. Die tibetische Bezeichnung lässt sich mit Kenner der drei Zeiten (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) wiedergeben. Der als Kind Gephel genannte Düsum Khyenpa (*1110, †1193) war der erste Lama der Inkarnationslinie der Karmapas – der höchsten Lamas der Karma-Kagyü-Schule, die auch Schwarzhut-Lamas genannt werden. Mit 20 Jahren zum Mönch ordiniert, wurde Düsum Khyenpa im Alter von 30 Jahren Schüler → Gampopas. Erwachen erlangte er mit 50, lebte (nach tibetischer Zeitrechnung) aber noch wie lange zuvor versprochen bis zum Alter von 84 Jahren.

Einsiedler
Älterer, in einer Höhle wohnender Mönch, der sich zusammen mit einem jungen Verwandten des verwundeten → Sherab Khyentse annimmt, nachdem dessen Stute Yönten umgekommen ist.

Feng, Dr.
Wenige Jahre vor der Pensionierung stehender, aus einer christlichen Familie stammender und im Zwangsarbeitslager seinen Dienst tuender chinesischer Militärarzt. Helfer und Freund → Wangzis. Der chinesische Name Fèng leitet sich von dem mythischen Vogel Fèng Huáng ab.

Folterarzt
s. → Chinesischer Militärarzt.

der Fremde bzw. der fremde Krieger
Ein ca. 27-jähriger Angehöriger der Kriegerkaste, über den außer dem in Buch 4, im Kapitel Rudras Gattin Geschilderten nichts weiter bekannt ist.

Gampopa
Bezeichnung für Sönam Rinchen (*1079, †1153) mit der Bedeutung Mann aus Gampo, der auch als Dakpo Lharjé (Arzt aus Dakpo) bekannt war. Der Schüler des tantrischen Meisters Milarepa, eines der bedeutendsten Yogis und Asketen Tibets und formellen Gründers der Kagyü-Schulen des tibetischen Buddhismus, war der eigentliche Begründer dieser Schulen im Sinne einer monastischen Tradition. Der Arztsohn, der erst selbst Arzt und nach dem Tod seiner Familie mit 25 Jahren Mönch der Kadampa-Schule wurde, gründete u.a. das Kloster Daklha Gampo (s. gleichnamigen Eintrag im → Ortsregister).

Gautama Buddha
Andere Bezeichnung für den → Buddha Shakyamuni.

Gendün
1918 geborener ältester Halbbruder → Dorje Tserings, dessen tibetischer Name Sangha bedeutet, also der Sanskritbezeichnung für die buddhistische Gemeinschaft entspricht.

Gendüns Liebster
Das Buddha-Dharma sehr stark verinnerlicht habender langhaariger Sohn eines Kaufmanns aus Kham und einer Nepalesin, der in Sikkim aufgewachsen und ansässig zu sein scheint, dessen Alter schwer einzuschätzen ist, der aber großen Wert darauf legt, dass nichts über seine Person bekannt wird.

Gönpo Rinpoche
Ein sehr betagter tibetischer Lama, der in → Sherab Khyentses Geist zu lesen vermag und ihn als → Lhodrag Rinpoche erkennt. Lebt mit Sherab Khyentse und dem ihn behandelnden Amchi (s. → Amchi aus Sherab Khyentses Baracke) in derselben Unterkunft und scheint die geistige Führungspersönlichkeit im Zwangsarbeitslager zu sein. Das tibetische Wort Gönpo bedeutet soviel wie Schützer und wird auch als Bezeichnung für Mahakala (s. → Sachregister: Mahakala) verwendet.

Großer Friedensstifter
Als Hurone oder Onondaga geborener legendärer Visionär und Gründer des Bunds der Haudenosaunee (s. → Sachregister: Haudenosaunee) namens Deganawidah. Aus Respekt wird dieser Name von den Haudenosaunee allerdings meist nicht verwandt. Wie auch bei seinem Helfer → Hiawatha sind die Lebensdaten nicht überliefert. Ebenso unterscheiden sich die Einzelheiten über das jeweilige Leben in den vielen unterschiedlichen über diese beiden existierenden Legenden.

Guru Rinpoche
Tibetischer Ehrentitel → Padmasambhavas mit der Bedeutung Kostbarer Lehrer. vgl. auch → Sachregister: Rinpoche.

Gyeltshen
1943 geborener Sohn → Lobsang Paldens und → Jigme Wangchuks, der → Sherab Khyentse im Mai 1956 kennenlernt. Der tibetische Name lässt sich mit Siegesbanner übersetzen.

Hiawatha
Ein Krieger der Onondaga und/oder Mohawk, der zusammen mit der Klanmutter Jigonhsasee als Helfer des → Großen Friedensstifters eine wesentliche Rolle bei der Befriedung der irokesischen Völker und der Gründung der Irokesenliga (s. Sachregister: → Irokesenliga, → Haudenosaunee) gespielt hat.

Jamyang
Name, den → Gendün der Liebe seines Lebens (s. → Gendüns Liebster) insgeheim gegeben hat. Der tibetische Name mit der ungefähren Bedeutung Melodische, sanft-freundliche Stimme ist auch Bezeichnung für den im Sanskrit Manjughosha (dt.: Der einen lieblichen Ton von sich Gebende) genannten Aspekt der sowohl als Bodhisattwa als auch als Buddha betrachteten Verkörperung von Weisheit Manjushri.

Jigme Wangchuk
Aus reicher bhutanischer Kaufmannsfamilie stammend ehelicht Jigme Wangchuk, dessen tibetischer Name Furchtloser, mächtiger Mann bedeutet, 1941 → Lobsang Palden und zeugt mit ihr zwei Kinder: → Sönam und → Gyeltshen. Das dritte Kind ist durch eine von Jigme verursachte Fehlgeburt ums Leben gekommen. 1961 stirbt Jigme bei einem Unfall.

Junges Reh
Name, den die zwanzigjährige zweite Gattin (*1700, †???) von → Christian Alte Eiche bei den Onondaga erhalten hat. An den Namen, den ihre englisch-schottischen Eltern ihr gegeben hatten, hat sie sich nach deren Tötung sowie ihrer Gruppenvergewaltigung und Versklavung nicht mehr erinnert.

Kommandant Chu
s. → Chu.

Kommandant Weng
s. → Weng.

Kosaladevi
Tochter von König Sanjaya Mahakosala sowie Schwester seines Nachfolgers König → Prasenajit vom der Vrji-Konföderation angehörigen Klan der Kosala. Gemäß buddhistischer Überlieferung gilt die Gattin → Bimbisaras als Mutter → Ajatashatrus. Im Text ist sie seine Ziehmutter und 493 v. Chr. von ihm ermordet worden.

Kshudraka
Ein Sohn König → Prasenajits von Kosala. In einigen Quellen wird sein Name statt dem → Virudhakas als auf Prasenajit folgender Herrscher Kosalas angegeben.

Kunika
Der wahrscheinlich aus dem Pali stammende Name bedeutet Wunder Finger und war ein Beiname → Ajatashatrus.

Lhodrag
s. → Thubten Lhodrag Rinpoche.

Li
Nachname von → Sherab Khyentses persönlichem chinesischen Bewacher im Zwangsarbeitslager, der statt des erhofften Studiums unmittelbar nach seinem Schulabschluss zur Armee eingezogen worden ist.

Lobsang Palden
Tochter (*1925, †1962) einer Kaufmannsfamilie, deren tibetischer Name in etwa Eine, die ehrwürdig und von edler Gesinnung ist bedeutet.

Löffel
Rufname des Chefkochs im Zwangsarbeitslager, einem heimlich dem Islam anhängenden Uiguren, der zu einem der besten Freunde → Sherab Khyentses wird und ihm den Namen → Wangzi gibt.

Lumbini
Ehefrau → Vinodadakshas, Mutter von → Savitri und gleichzeitig heilkräuterkundige Assistentin des Dorfarztes. Auf Sanskrit bedeutet ihr Name Die Liebliche. Lumbini heißt auch der Park oder Garten, in dem Siddhartha Gautama (s. → Buddha Shakyamuni) geboren sein soll.

Mahavira
Sanskrit-Ehrentitel des als Prinz Vardhamana geborenen Begründers bzw. nach anderer Auffassung wesentlichen Reformers des Jainismus (*ca. 599/497/480 – 527/425/408 v. Chr.) mit der Bedeutung Großer Held. Die Mutter des Mahavira war nach einigen Quellen wie im Text eine Schwester König → Chetakas, nach anderen seine Tochter.

Malini
Erste Tochter (*ca. 308 v. Chr., †???) → Suharas. Ihr Name bedeutet auf Sanskrit Die mit einem Kranz, einer Girlande (aus Blumen) Geschmückte.

Matamahi
Sanskritwort für die Großmutter mütterlicherseits. So redet → Ajatashatru die Gattin → König Chetakas und Mutter seiner leiblichen Mutter → Chelana an.

Migmar
Ältester Sohn → Chenmos, der anstelle seines verstorbenen Vaters die Rolle des Haushaltsvorstands einnimmt. Sein tibetischer Name bedeutet, dass er an einem Dienstag geboren ist.

Milarepa
Der als Mila Thöpaga (Tibetisch für Eine Freude zu hören) geborene Jetsün Milarepa (*1040/1052, †1135) gilt nicht nur als der berühmteste Yogi und Tantriker Tibets, sondern auch als einer der größten Dichter des Landes. Der Schüler des berühmten Marpa war u.a. Lehrer → Gampopas. In seiner Jugend soll Milarepa die schlechte Behandlung, die seine Mutter und er nach dem Tod seines reichen Vaters durch gierige Verwandte erfahren haben, durch Anwendung schwarzer Magie gerächt und viele Menschen ermordet haben. Nachdem er während einer entbehrungsreichen Zeit unter anderem mehrere Türme hatte bauen und wieder abtragen müssen, um sich von seinem schlechten Karma zu befreien, hat er schließlich Erwachen erlangt.

Nandini
Erste Gattin → Suharas aus einem dem Maurya-Reich ursprünglich feindlich gesinnten Fürstentum (vgl. → Ortsregister: Nandinis Heimat). Ihr Name, der in der indischen Mythologie häufig für die Göttin Parvati – Shivas Ehefrau – benutzt wird, bedeutet auf Sanskrit Die Freude Bringende.

Naropa
In Indien geborener buddhistischer Meister und → Mahasiddha (s. → Sachregister: Mahasiddha) (*1016, †1100). Als Schüler → Tilopas und Lehrer Marpas wichtiges Glied in der Übertragungskette der Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. Verfasser der Sechs Yogas des Naropa (s. → Sachregister: Sechs Yogas des Naropa).

Ngawang
Besucher des heiligen Bergs, der Tamdin das Lesen beibringt, und dessen Name auf Tibetisch so viel wie Einer, der über eine machtvolle Sprache verfügt oder einfacher ausgedrückt Herr der Sprache bedeutet.

Norbu
1943 geborener Sohn → Padmas mit → Wangmo. 1958 heiratet Norbu, dessen Name auf Tibetisch so viel bedeutet wie Kostbares Juwel, → Sönam.

Ösel
Dem → Berggeist von → Pema verliehener tibetischer Name mit der Bedeutung Den Glanz hellen, klaren Lichts ausstrahlend.

Onkel Siddhartha

Siddhartha Gautama ist die Sanskritversion des Geburtsnamens des historischen Buddhas, Siddhattha Gotama die Paliversion. Im Text auch → Gautama Buddha, Buddha, → Buddha Shakyamuni, der Erwachte und der → Tathagata genannt. Onkel bezeichnet in diesem Fall keinen wirklichen Verwandtschaftsgrad, sondern ist die respekt- und liebevolle Anrede, die → Ajatashatru als Kind zu benutzen erlaubt war und derer er sich später als Schüler des Erwachten bedient, um seine Zuneigung zu diesem auszudrücken.

Padma
Seit 1942 Beiname → Dorje Tserings, den er als Führer von Handelskarawanen von einem Inder erhalten hat, der Schwierigkeiten mit der Aussprache der tibetischen Namen hatte.

Padmasambhava
Der Yogi mit dem Sanskritnamen Lotosgeborener wirkte während der Herrschaft des Königs Thrisong Detsen (8./9. Jh. n. Chr.) und gilt als Begründer des Buddhismus in Tibet, wo er → Guru Rinpoche genannt wird.

Padmini
Tochter (*301 v. Chr., †299 v. Chr.) → Suharas und → Savitris. Ihr Name ist eine Kombination der Sanskritwörter padma (Lotos) und ini (habend) und bedeutet demnach so etwas wie Voller Lotose (wie z.B. ein Teich) oder Besitzt Lotosblüten, was im übertragenen Sinne auch Schön bedeuten kann.

Pasang
Nur wenige Tage nach seiner Hochzeit verunglückter Sohn → Chenmos und Gatte → Dechens. Sein tibetischer Name bedeutet, dass er an einem Freitag geboren ist.

Pema
→ s. Dakpo Pema.

Pemas Mutter
Die Mutter → Dakpo Pemas, eine vergleichsweise reiche tibetische Kaufmannsfrau aus Dakpo, die als Laie ernsthaft dem buddhistischen Pfad folgt.

Prasenajit
König von Kosala aus der Ikshvaku-Dynastie und als Sohn von Sanjaya Mahakosala ein Bruder von → Kosaladevi. Außerdem Vater von → Vajira, → Virudhaka und → Kshudraka.

Priester des Rudratempels
Alter, weißbärtiger Mann, über de
n weiter nichts bekannt ist als die Informationen in Buch 4, im Kapitel Rudras Gattin.

Püntsok, Tochter
Uneheliche Tochter Padmas mit einer an schweren Verbrennungen leidenden Frau gleichen Namens, die in einer Hütte vor den Klostermauern Samdings Zuflucht gefunden hat. Erst als das Kind fast drei Jahre alt ist, erfährt Sherab Khyentse bei einem Besuch des Klosters von Padmas Vaterschaft. Die als Trulku Erkannte stirbt wenig später auf der Flucht.

Püntsok, Mutter
s. → Püntsok, Tochter.

Ramachandra Dharavishaputra
Sohn (Sanskrit: putra) → Dharavishas und damit Onkel zweiten Grades von → Ajatashatru. Im Text erscheint Ramachandra (*537 v. Chr., †???) als hochrangiger Verbindungsoffizier der Armee von Licchavi. Das Sanskritwort Ramachandra ist ein Kompositum aus dem Adjektiv rama und dem Substantiv chandra und bedeutet so viel wie Wegen seiner großen Anziehungskraft geliebter und erfreuender Mond. Ramachandra ist weiterhin eine Namensvariante von Rama, dem siebten Avatar des hinduistischen Gottes Vishnu, dessen Leben im Ramayana-Epos beschrieben wird.

Rangjung Rigpe Dorje
Der Sechzehnte Karmapa (*24.08.1924, †05.11.1981), also die 15. Wiedergeburt → Düsum Khyenpas, dessen tibetischer Name in etwa Selbstentstehendes Wissen des Unzerstörbaren bedeutet, hat als Linienhalter der Kagyü-Schulen nicht nur in Tibet eine bedeutende Rolle gespielt, sondern nach seiner Flucht 1959 entscheidend dazu beigetragen, den Buddhismus in der westlichen Welt bekannt zu machen. Zu diesem Zweck hat er zahlreiche buddhistische Zentren errichten lassen und ist viel gereist.

Rinchen Chözom Rinpoche
Ein hochbetagter Trulku im Kloster Tsurphu, von dem sich nicht einmal der 16. Karmapa sicher ist, ob er nicht möglicherweise ein Geist ist. Der Rinpoche mit dem Namen Dharma-Sammler-Juwel spielt eine entscheidende Rolle für das Erwachen → Sherab Khyentses, der allerdings Zweifel hegt, ob ihn seine Erinnerung an den Namen Rinpoches nicht trügt.

Rudra Pranayini
Junge Frau, die um 1.000 v. Chr. als dem vedischen Gott Rudra Geweihte in einem diesem gewidmeten Tempel lebt. Daher wird sie im Text auch Rudrageweihte genannt. Auf Sanskrit bedeutet Rudra Pranayini so viel wie Die dem Rudra ans Herz Gewachsene, wobei pranayini neben Geliebter und Ehefrau auch Anbeterin und Verehrerin bedeuten kann.

Sarasvati
Nach der hinduistischen Göttin des Wissens, Lernens, der Weisheit, Musik und der Künste benannte Mutter → Suharas sowie erste Gattin → Chandragupta Mauryas, die diesen bereits aus Kindertagen gekannt hat.

Satyavana
Männlicher Protagonist der Erzählung des dritten Buchs der Mahabharata »Die Legende von Savitri und Satyavana«, dessen Name auf Sanskrit Der Ehrliche bedeutet.

Savitri
Tochter (*322 v. Chr., †299 v. Chr.) → Vinodadakshas und → Lumbinis, Verlobte → Anandas und spätere vierte Gattin → Suharas. Ihr Name ist abgeleitet vom vedischen Sonnengott Savitr, was auf Sanskrit so viel wie Beleber bedeutet. Die weibliche Protagonistin der Erzählung des dritten Buchs der Mahabharata »Die Legende von Savitri und Satyavana« heißt ebenfalls Savitri.

der Sechzehnte
Kurzbezeichnung für den Sechzehnten Karmapa, → Rangjung Rigpe Dorje.

Sherab Khyentse
Mönchsname → Dorje Tserings, den ihm der → Sechzehnte Karmapa nach der Vereinigung → Padmas mit dem → Berggeist verliehen hat. Der tibetische Name bedeutet in etwa Einer, der Weisheit und Mitgefühl intuitiv begreift.

Simha
Die Sanskritbezeichnung für Löwe wurde im alten Indien generell auch als Ehrentitel verwendet. Im Text ist Simha der Kampfname → Vivekanandas.

Sönam
1942 geborene Tochter → Lobsang Paldens, die 1956 → Sherab Khyentse kennenlernt. Der stellt ihr einige Wochen später seinen Sohn → Norbu vor, den sie Ende 1958 heiratet. Ihr tibetischer Name bedeutet so viel wie Die Verdienstvolle/Tugendhafte.

Songtsen
Aufgrund der kantonesischen Aussprache → Zong Zhens und der lautlichen Ähnlichkeit mit → Songtsen Gampo von → Wangzi irrtümlich für den Namen der Rotgardistin gehalten.

Songtsen Gampo
Der 33. König der Yarlung-Dynastie (*557-617, †649), war Gründer des ersten tibetischen Großreichs und gilt als erster der drei sogenannten Dharma-Könige, die sich um die Einführung des Buddhismus in Tibet verdient gemacht haben.

Subhadrangi
Zweite Gattin → Bindusaras. Auf Sanskrit bedeutet ihr Name in etwa Sehr gesegnet, Glückverheißend. In historischen Quellen wird sie auch Dharma oder Janapadakalyani genannt. Subhadrangi war die Tochter eines Brahmanen und Mutter von → Ashoka.

Sugata
Ein um zwei Jahre als der erstgeborene → Udayabhadra jüngerer Sohn → Ajatashatrus. Auf Sanskrit bedeutet der Name Einer, der gut gegangen ist, seinen Weg gemeistert hat.

Suhara
Suhara Chandragupta Maurya erscheint im Text als während seiner Amnesie → Vijaya genannter Kronprinz von Magadha (*325 v. Chr., †299 v. Chr.). Auf Sanskrit bedeutet Suhara so viel wie Einer, der exzellent in der Eroberung durch Angriff ist bzw. Einer, der das bekommt, wonach er greift.

Sushima
Sushima Maurya (*vor 304 v. Chr., †274/270 v. Chr.). Erstgeborener Sohn → Bindusaras. Halbbruder von → Ashoka dem Großen. Von Bindusara als Thronfolger vorgesehen wurde er in dem auf dessen Tod folgenden Thronfolgekrieg von Ashoka ermordet.

Tamdin
s. → Sachregister: Tamdin.

Tamdin Ösel
s. → Ösel und → Sachregister: Tamdin.

Tashi
Der um ein Jahr jüngere Bruder → Padmas, dessen Name auf Tibetisch Der Glückliche/Erfolgreiche bedeutet, ist der jüngste der Brüder und trotz seiner Einfältigkeit und Ungeschicklichkeit Padmas Lieblingsbruder.

Tathagata
Einer der Titel → Buddha Shakyamunis, der auf Sanskrit und Pali Der so Gegangene bedeutet.

Tenzin
Älteste Schwester → Padmas.

Tenzin Gyatso
Der Vierzehnte Dalai Lama (*06.07.1935) ist Linienhalter der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus und war von seiner Inthronisation 1940 bis zu seinem Rücktritt 2011 Oberhaupt der tibetischen Regierung. Im Westen gilt er als Geistliches Oberhaupt der Tibeter. Der 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Dalai Lama wird als Emanation des Bodhisattwas Avalokiteshvara (s. → Tschenresig) angesehen.

Teufelsaustreiber
Bei diesen beiden Mördern von → Große Schlange handelt es sich um zwei Brüder europäischer Herkunft, von denen → Christian Alte Eiche vermutet, dass sie sich selbst als Jäger und Händler betrachten. Über sie ist nichts weiter bekannt als das im Text Geschilderte.

Thomas
s. → Thomas Heller Bär

Thomas Heller Bär
Adoptivsohn (*ca. 1712, †???) von → Große Schlange, der bis zur Auffindung seines Schutzgeists nur mit seinem Taufnamen Thomas bezeichnet wird. Designierter Nachfolger von → Christian Alte Eiche als Medizinmann der Winnebago (s. Sachregister: → Winnebago).

Thubten
s. → Thubten Lhodrag Rinpoche.

Thubten Lhodrag Rinpoche
Titel, der dem Ich-Erzähler im weiteren Verlauf der Erzählung verliehen wird, wobei der tibetische, Buddha-Dharma bedeutete Name Thubten
verdeutlichen soll, dass sein Träger sich zu einer Verkörperung der Lehre Buddhas gemacht hat. Lhodrag hingegen ist ursprünglich kein Name, sondern die Bezeichnung einer im Süden an Bhutan grenzenden, im Südosten des heute zur Volksrepublik China gehörenden Autonomen Gebiets Tibet liegenden historischen tibetischen Region mit der ungefähren Bedeutung Südliche Felsen. Allerdings spielt der mögliche geographische Bezug eine untergeordnete Rolle. Vielmehr soll der Name auf die Eigenschaften des Trägers hinweisen: unerschütterlich wie ein Fels im Dharma ruhend und dabei Mitgefühl verbreitend wie ein von der Sonne erhitzter Stein Wärme abstrahlt.

Tilopa
Der indische Tantriker (*988, †1069) und Mahasiddha (s. → Sachregister: Mahasiddha) bildete wie sein Schüler → Naropa ein wichtiges Glied in der Übertragungslinie der Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus.

Tragtung
Andere Bezeichnung für den → Berggeist. Der Bluttrinker bedeutende tibetische Ausdruck ist die im Vajrayana-Buddhismus gebräuchliche Übersetzung für das Sanskritwort heruka, mit dem zornvolle Erscheinungsformen eines Buddhas bezeichnet werden.

s. dazu auch Infos auf www.tragtung.de/ueber-tragtung.

Trunkenbold
Junger Mann, der in der Nachbarschaft von → Lobsangs Gehöft in eine Bauernfamilie eingeheiratet hat. Seitdem vertrinkt er den Familienbesitz, stiftet Unruhe und hat den alkoholkranken → Jigme erneut an die Flasche gebracht.

Tsültrim Drölma
Nonnenname von → Lobsang Palden, der im Tibetischen so viel bedeutet wie Tugendhafte Verkörperung der Retterin Tara.

Udayabhadra
Erstgeborener Sohn → Ajatashatrus mit → Vajira. Zwischen ca. 461 und 445/440 v. Chr. Herrscher der Haryanka-Dynastie in Magadha. Der Name bedeutet auf Sanskrit in etwa Anbruch einer Glück verheißenden Zeit.

Vajira
Tochter König Prasenajits von Kosala mit seiner Gattin Mallika und damit → Kosaladevis Nichte. Außerdem zweite Gattin → Ajatashatrus und Mutter → Udayabhadras.

Vibhava
Ältester Sohn → König Chetakas. Der Sanskritname bedeutet so viel wie Edelmütiger Freund.

Vijaya
Aus dem Sanskrit stammender anderer Name für → Suhara mit der Bedeutung Sieger, den ihm → Savitri während seiner Amnesie verleiht.

Vinodadaksha
Arzt und → Savitris Vater. Der Name setzt sich aus den Bestandteilen vinoda (Sanskrit: voller Freude) und daksha (Sanskrit: geschickt) zusammen.

Virudhaka
Sohn König Prasenajits von Kosala. Während der Abwesenheit des Vaters von dessen Premierminister Dhiga Charayana zum Nachfolger des Königs ernannt. Andere Quellen geben → Kshudraka als Nachfolger Prasenajits an.

Vivekananda
Hauptmann (*298 v. Chr., †261 v. Chr.) der Kalinga-Armee mit dem Kampfnamen → Simha. Vor dem Kalinga-Krieg war der verheiratete Vater von mehreren Kindern Klanführer in einem unweit der Grenze zu Magadha gelegenen Dorf.

Wangmo
Die 1921 geborene Gattin → Dhöndrups und Mutter von → Norbu und → Chödrak ist von 1942 bis Ende 1955 → Padmas tantrische Gefährtin. → Sherab Khyentse ist sie eine treue Freundin.

Wangzi
Das Prinz bedeutende Mandarin-Wort mit der Betonung Wángzǐ ist von → Löffel als Anrede für → Sherab Khyentse gewählt worden, da er dessen richtigen Namen nicht kannte, sich aber weigerte, den Häftling wie von Kommandant → Chu gefordert → Wazi zu nennen.

Wazi
Von Lagerkommandant → Chu für → Sherab Khyentse benutzter Name. Wázi ausgesprochen, ist dieses Wort im Mandarin ein eher altertümlicher Ausdruck für einen Han, der von einem Nicht-Han als Sklave gehalten wird. Im Verhältnis Chus und Sherab Khyentses macht dieser Begriff daher eigentlich keinen Sinn. Möglicherweise ist der Grund für die Wahl dieses ungewöhnlichen Worts in dessen zweiter Bedeutung zu suchen. Wazi bedeutet nämlich auch Säugling. Kommandant Chu hat sich bei seiner Wortwahl eventuell von der Zahnlosigkeit Sherab Khyentses inspirieren lassen – oder auch von der Idee, in seinem Gefangenen ein ihm hilflos ausgeliefertes Wesen sehen zu wollen.

Weng
Nachfolger von Kommandant → Chu als Leiter des Zwangsarbeitslagers, in dem u.a. → Sherab Khyentse interniert ist.

Wu Jian Jie, Dr.
Der Mittvierziger ist als Nachfolger → Dr. Fengs Freund und Unterstützer → Thubten Lhodrag Rinpoches. Nach der gemeinsamen Flucht wird er zum Begleiter → Gendüns. Der Name Wú leitet sich von der altchinesischen Provinz gleichen Namens ab. Jiàn bedeutet so viel wie Der Starke, Gesunde, Geschickte, während der Vorname Jié ungefähr mit Der Herausragende, Held übersetzt werden kann.

Zellengenosse
Als Spitzel in → Sherab Khyentses Zelle verlegter Mithäftling, der von diesem auf eigenen Wunsch hin erwürgt wird. Der Name dieses vermutlich aus Amdo stammenden Manns von kleiner Statur, der aller Wahrscheinlichkeit nach der Chushi Gangdruk angehört hat, ist unbekannt.

Zong Zhen
Die als Tochter (*1946, †1966) eines wohlhabenden Kuomintang-Funktionärs in Guangzhou geborene Rotgardistin ist letzte Kommandantin des Zwangsarbeitslagers, in dem u.a. → Sherab Khyentse interniert ist. Im Kantonesischen, in dem ihr Name Tsong Tsen ausgesprochen wird, bedeutet Zhen so viel wie Wertvoller Schatz.

Bejül
Bedeutet auf Tibetisch Verborgenes Land. Nach tibetischer Auffassung sind Bejüls von Padmasambhava (s. → Personenregister: Padmasambhava) für Buddhisten besonders gesegnete Orte, an denen sich physische und spirituelle Ebenen der Realität überlappen.

Berg im Himalaya
Von Padmasambhava (s. → Personenregister: Padmasambhava) als Rückzugsort für Nonnen und Yoginis bestimmter Berg in → Pemakö, der wegen der Segnung durch den großen Yogi als heilig gilt.

Buddhafeld
Andere Bezeichnung für ein Reines Land wie z.B. → Dewachen.

Chamdo
Über ein großes Einzugsgebiet verfügende, bedeutende Stadt in → Kham. Im Oktober 1950 wurden in der Schlacht um Chamdo Großteile der tibetischen Armee durch die chinesische Volksbefreiungsarmee vernichtet. Dies sollte die Regierung in Lhasa demoralisieren und als Druckmittel bei weiteren Verhandlungen dienen.

Daklha Gampo
1121 von Gampopa (s. → Personenregister: Gampopa) gegründetes, im Gebiet des → Yarlung Tsangpo-Tals in der tibetischen Region → Dakpo auf einer Höhe von 4.150 m gelegenes Stammkloster des Dakpo-Kagyü-Zweigs der Kagyü-Tradition. Das Kloster ist nach dem Gebirge benannt, in dem es sich befindet. Das berühmte Tibetische Totenbuch Bardo Thödröl wurde im 14. Jh. auf einem im Klostergebiet liegenden Berg gefunden. Nach einer ersten Zerstörung durch die Mongolen 1718 wurde Daklha Gampo wiederaufgebaut, nach der chinesischen Invasion 1959 jedoch vollkommen zerstört.

Dakpo
Die Heimat Gampopas (s. → Personenregister: Gampopa) und der Familie Pemas (s. → Personenregister: Dakpo Pema) ist eine Region im Südosten der traditionellen tibetischen Provinzen Ü, Kongpo und Lhasa. Heute gehört sie zum chinesischen Autonomen Gebiet Tibet.

Dorf im Dschungel Magadhas
Den Beschreibungen Suharas ist zu entnehmen, dass dieser Ort einige Tagesritte von → Pataliputra entfernt lag. In der Nähe gab es einen Fluss und ein buddhistisches Kloster. Die Bewohner schienen zur Zeit der Herrschaft Chandraguptas sämtlich Buddhisten zu sein, zum großen Teil Yoga zu praktizieren und hauptsächlich von Landwirtschaft zu leben.

Dorf Vivekanandas
Aus den rudimentären Beschreibungen in der Vision Vivekanandas (s. → Personenregister: Vivekananda) lässt sich lediglich schließen, dass es im Landesinneren → Kalingas unweit der Grenze zu → Magadha lag.

Gaden Namgyal Lhatse
Das innerhalb der Stadt → Tawang gelegene Gelug-Kloster, das Ende des 17. Jahrhunderts errichtet wurde und traditionell dem bekannten Drepung-Kloster in Tibet sehr verbunden war, gilt nach dem Potalapalast in Lhasa als das zweitgrößte Kloster der Welt. Der vollständige Name lautet Tawang Gaden Namgyal Lhatse und bedeutet so viel wie Die vom Pferd gewählte Stätte ist ein himmlisches Paradies.

Gampo Kangra
Bergregion im Südosten → Khams, fast schon in der Nähe zu Myanmar. Dorthin wurde Düsum Khyenpa von seinem Lehrer Gampopa (s. gleichnamige Einträge im → Personenregister) geschickt, um so lange zu meditieren, bis er Erwachen erlangt habe.

Ganga
Der indische Name des Flusses Ganges, der im Hinduismus auch als Göttin betrachtet wird.

Großes Wasser
Blumige Umschreibung für den Atlantischen Ozean. Mit der Formulierung jenseits des Großen Wassers ist Europa gemeint.

Guangzhou
Die früher im Deutschen auch Kanton genannte Hauptstadt der Provinz Guangdong liegt im Süden der Volksrepublik China am Perlfluss-Delta, an dem sich neben Hongkong noch sieben weitere Millionenstädte befinden. Als Endpunkt der sog. Maritimen Seidenstraße war die Metropole, auf deren Gebiet es wahrscheinlich bereits im 9. Jahrhundert v. Chr. eine Siedlung gegeben hat, schon immer ein wichtiger Handelsknotenpunkt. Heute gehört sie zu Chinas wichtigsten Industriestandorten. In der Geschichte der Kuomintang (s. → Sachregister: Kuomintang) spielt Guangzhou eine wichtige Rolle.

Hölle
Im Mahayana-Buddhismus ist die Hölle einer der sechs Daseinsbereiche (neben dem der Götter, Halbgötter, Menschen, Tiere und hungrigen Geister), in die man wiedergeboren werden kann. Dabei wird zwischen kalter und heißer Hölle unterschieden. Der Aufenthalt in beiden ist begrenzt. Wenn das zur Wiedergeburt in einer Hölle geführt habende negative Karma aufgezehrt ist, beginnt eine neue Existenz.

Kailash
Der 6.638 m hohe Berg im westlichen Teil des in Tibet gelegenen Trans­himalaya gilt Hindus und Buddhisten gleichermaßen als heiligster Berg und ist auch für Jainas und Bön-Anhänger von großer Bedeutung. Die weitere Umgebung des Kailash ist Quellgebiet von vier bedeutenden südasiatischen Flüssen: des Indus, des Yarlung Tsangpo (Brahmaputra), des Satluj (Indus-Zufluss) und der Karnali (Ganges- Zufluss).

Kalinga
Bis zu seiner Eroberung durch das → Maurya-Reich 261 v.Chr. ein Küstenstaat im Osten Zentralindiens auf dem Gebiet des heutigen indischen Bundesstaats Odisha, dem Nordosten Andra Pradeshs sowie Teilen von Chattisgarh und Madhya Pradesh.

Kham
Neben Ü-Tsang und Amdo eine der drei historischen Provinzen Tibets ist das im Südosten des Landes gelegene Kham innerhalb Chinas heute auf folgende Verwaltungseinheiten aufgeteilt: Autonomes Gebiet Tibet (größter Teil) sowie Provinz Sichuan mit kleineren Gebietsanteilen in den Provinzen Qinghai, Gansu und Yunnan. Eine administrative Einheit Tibets war der Kulturraum Kham nie, sondern bestand vielmehr aus vielen eigenständigen Gebieten mit den verschiedensten Herrschaftsformen. Im Gegensatz zu den anderen Tibetern nennen sich die tibetischen Bewohner Khams nicht Böpa, sondern Khampa und sprechen auch eine andere Variante des Tibetischen, das Khams. Darüber hinaus wohnt hier eine Vielzahl an ethnischen Minderheiten mit jeweils eigenen Sprachen und Dialekten.

Khampagar
Das in der Region → Lhathog gelegene Drukpa-Kagyü-Kloster war bis zur Flucht des 8. Khamtrul Rinpoche der Hauptsitz der Khamtrul Trulkus. Nach seiner Zerstörung ist es mittlerweile teilweise wieder aufgebaut. Ein gleichnamiges Kloster existiert in Tashi Jong, im indischen Bundesstaat Himachal Pradesh und fungiert als Sitz des 9. Khamtrul Rinpoche, Shedrub Nyima, während die andere Wiedergeburt, Jigme Pema Nyinjadh, in Bhutan residiert.

Kwongtschau
Kantonesische Aussprache von → Guangzhou.

Lhathog
Eines der fünf früheren unabhängigen Königreiche in → Kham. In der ca. 100 km nördlich von → Chamdo gelegenen Region, in der Sherab Khyentses Sippe beheimatet ist, befindet sich nicht nur das ursprüngliche → Khampagar-Kloster, sondern auch das während der Kulturrevolution nahezu vollkommen zerstörte, von Düsum Khyenpa gegründete Karma Gön, das Vorgängerkloster von → Tsurphu.

Magadha
Königreich im alten Indien, das. u.a. von der Haryanka- sowie der Nanda-Dynastie regiert wurde. Geographisch entsprach das spätere Stammgebiet des → Maurya-Reichs ursprünglich ungefähr dem heutigen Bihar. Hauptstadt war nach → Rajagriha → Pataliputra.

Maurya-Reich
Nachfolgestaat des → Nanda-Reichs. Das vom Namensgeber Chandragupta Maurya geschaffene Großreich umspannte fast den gesamten indischen Subkontinent und existierte von ca. 320 v. Chr. bis 185 v. Chr.

Michigansee
Zur Gruppe der fünf Großen Seen Nordamerikas gehörend grenzt Lake Michigan mit einer Fläche von 58.016 km² an die US-Bundesstaaten Indiana, Illinois, Wisconsin und Michigan. Der höchstwahrscheinlich aus der Sprache der Anishinabe stammende Name bedeutet so viel wie Großes Gewässer.

Nonnenkloster
Das Kloster, in dem Tsültrim Drölma als Nonne gelebt hat und wo Sherab Khyentse von der Volksbefreiungsarmee verhaftet wurde, wird im Text nicht näher beschrieben.

Onondaga
Im Gebiet des zu den Haudenosaunee (s. Sachregister: → Haudenosaunee) gehörenden Stamms der Onondaga (s. Sachregister: → Onondaga) liegende Hauptstadt der Irokesenliga, in der sich deren Rat zu seinen Versammlungen traf.

Pataligrama
Ein von Ajatashatru ca. 70 km nordöstlich der damaligen Hauptstadt → Rajagriha als Befestigung gegründetes Dorf, aus dem später → Pataliputra hervorgegangen ist.

Pataliputra
Nach der Verlegung der Residenz von → Rajagriha nach Pataliputra wurde das ehemalige Befestigungsdorf → Pataligrama zur Hauptstadt → Magadhas und später auch des → Maurya-Reiches. Heute liegt hier Patna, die Hauptstadt des indischen Bundesstaats Bihar.

Pemakö
Name eines als besonders segensreich geltenden, bei der Schleife des → Yarlung Tsangpo im Grenzgebiet des heutigen China zu Indien gelegenen → Bejüls. Das tibetische Wort Pemakö bedeutet so viel wie Lotosförmig.

Rajagriha
Ort in → Magadha, dessen Name auf Sanskrit Königlicher Berg oder Haus des Königs bedeutet. König Bimbisara (s. → Personenregister: Bimbisara) baute die Stadt zu einer bedeutenden Metropole aus und machte sie zur Hauptstadt seines Königreichs.

Reich des Donnerdrachens
Übersetzung von Druk Yul, der Bezeichnung für Bhutan in der Landessprache Dzongkha.

Rudratempel
Ein dem vedischen Gott Rudra geweihtes kleines Heiligtum, das sich ca. 1.000 v. Chr. in der Nähe eines Flusses in einem nicht näher bezeichneten indischen Dorf befand.

Rumtek
Auf den Ruinen eines von einem seiner Vorgänger in Sikkim angelegten, vom Sechzehnten Karmapa (s. → Personenregister: Rangjung Rigpe Dorje) nach seiner Flucht aus Tibet errichtetes Kloster, das seitdem als Hauptsitz des Karmapas im Exil gilt. Allerdings ist wegen eines Nachfolgekonflikts keine der beiden als 17. Karmapa erkannten Personen dort inthronisiert worden, noch dient das Kloster einem der beiden als Residenz.

Samding
Das am → Yamdrok Tso gelegene Kloster, dessen Name so viel bedeutet wie Zum Himmel aufsteigende Meditation, ist der Sitz der Inkarnationslinie der Samding Dorje Phagmo (s. gleichnamigen Eintrag im → Personenregister). Während der Kulturrevolution zerstört ist es seit 1985 teilweise wiederaufgebaut worden.

Saptaparni-Höhlen
Am Nordhang des Vaibhara-Bergs in der Nähe von → Rajagriha gelegenes Höhlensystem, in dem der Legende nach der historische Buddha meditiert haben soll. Diese Höhlen gelten wahrscheinlich aufgrund der Heilwirkung der dortigen Thermalquellen auch Hindus und Jainas als heiliger Ort. Die Saptaparni-Höhlen waren Schauplatz des Ersten Buddhistischen Konzils.

Schlachtfeld von Kalinga
Der Ort, an dem 261 v. Chr. die Entscheidungsschlacht geschlagen wurde, liegt in einer großen Ebene bei den Dhauli-Bergen → Kalingas. Das Wasser des Daya-Flusses soll sich vom Blut der schätzungsweise 300.000 Gefallenen rot gefärbt haben.

Schneeland
Poetische Bezeichnung für Tibet.

Shravasti
Die in der fruchtbaren Gangesebene gelegene und nach dem legendären König Shravasta benannte Stadt war vom 6. Jh. v. Chr. bis zum 6. Jh. n. Chr. Hauptstadt des Königsreichs von Kosala. Zur Zeit Buddhas gehörte Shravasti bereits zu den sechs größten Städten Indiens. Während Ajata­shatrus Regierungszeit soll Shravasti mit 900.000 Einwohnern sogar Raja­griha in den Schatten gestellt haben.

Tawang
Unweit der McMahon-Linie und damit der Grenze zu Bhutan und dem tibetischen Teil der Volksrepublik China im indischen Bundesstaat Aruna­chal Pradesh gelegene Stadt, die ursprünglich zu Tibet gehört hatte. Der Ort ist nicht nur für sein Gelug-Kloster und als Geburtsort des 6. Dalai Lama, Tshangyang Gyatsho berühmt, sondern leider auch durch den Indisch-Chinesischen Grenzkrieg von 1962, als Tawang für kurze Zeit unter chinesische Kontrolle fiel.

Tsurphu
Ca. 70 km westlich von Lhasa gelegener, von Düsum Khyenpa 1189 gegründeter Sitz des Karmapas, der sich mit der Zeit zu einer regelrechten Klosterstadt mit bis zu 1.000 Mönchen entwickelt hatte. Als herausragende Stätte des tibetischen Buddhismus während der Kulturrevolution zerstört. 1980 unter dem 16. Karmapa Beginn des Wiederaufbaus. Hier hatte der 17. Karmapa, Orgyen Thrinle Dorje (eine der zwei Wiedergeburten des Sechzehnten) nach seiner Inthronisierung seinen Wohnsitz, bevor er im Jahr 2000 nach Indien flüchtete.

Untersuchungsgefängnis
Über diese Haftanstalt, in der Sherab Khyentse fast zu Tode gefoltert worden ist, liegen keine weiteren Informationen vor.

Vaishali
Die ca. 40 km nordwestlich des heutigen Patna (s. → Pataliputra) gelegene Hauptstadt der → Vrji-Konföderation war im 6./5. Jh. gleichzeitig Hauptstadt der altindischen Stammesoligarchie der Licchavi. Die zu ihrer Zeit berühmte Metropole war Geburtsstadt des Mahavira und spielte auch im Leben Gautama Buddhas eine bedeutende Rolle. Ihrer Befestigungsanlagen wegen galt sie als uneinnehmbar. Dass sie um 468 v. Chr. nach ca. 15-jährigem Krieg dennoch von Ajatashatru erobert wurde, führte zur Bildung zahlreicher Legenden um Verrat und das Eingreifen der Götter.

Verborgenes Land
s. → Bejül.

Vipasha
Sanskritname für den Beas, einen ca. 470 km langen Fluss im Nordwesten Indiens, der im südlichen Himalaya entspringt und südlich von Amritsar in den Satluj mündet. An den Ufern des Vipasha endete Alexanders Indienfeldzug von 326 v. Chr., da seine erschöpften Truppen nach der Schlacht gegen Poros meuterten. Dabei dürften sowohl die durch den Monsun erheblich erschwerten Vormarschbedingungen als auch die Aussicht, mit dem → Nanda-Reich als nächstem Gegner auf eine wohlgerüstete Großarmee zu treffen, eine entscheidende Rolle gespielt haben.

Vrji-Konföderation
Auch Vajji-Konföderation genannt. Im heutigen indischen Bundesstaat Bihar gelegener altindischer Staatenbund, dem neben der Stammes-Oligarchie und Dynastie der Licchavi sieben weitere Stämme angehörten, darunter die Kosala. Vrji war eines der 16 zwischen dem 6. und 4. Jh. v. Chr. existierenden Mahajanapad genannten indischen Großreiche. Auch → Magadha galt als Mahajanapad.

Yamdrok Tso
Im Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China im Kreis Nagarze des Regierungsbezirks Shannan gelegener See mit einem sehr zerklüfteten Ufer und mehreren Inseln, dessen Name in etwa Grüner Jadesee der oberen Alm bedeutet. Er ist einer der drei größten heiligen Seen der Tibeter, da der Legende nach eine Göttin in ihm Gestalt angenommen hat. Das an seinem westlichen Ende 1996 in Betrieb genommene Wasserkraftwerk gilt als das größte Tibets.

Yarlung Tsangpo
Tibetischer Name für einen Teil des Brahmaputra (Sanskrit: Sohn des Brahma). Mit ca. 3.100 km ist der Brahmaputra einer der längsten Flüsse der Welt. Er fließt durch Tibet, Indien und Bangladesch und hat viele verschiedene Namen in unterschiedlichen Sprachen, die sich meist nur auf Teile des ganzen Flusses beziehen.

Zwangsarbeitslager
Der Ort, an dem sowohl Sherab Khyentse als auch seine Brüder Tashi und Gendün inhaftiert gewesen sind, hat als Unterkunft und Straflager für zum Straßenbau eingesetzte Häftlinge. gedient Außer der vergleichsweise hohen Lage und dem Tatbestand, dass es mehrere hundert tibetische Gefangene beherbergt hat, von denen ein Großteil Mönche gewesen sind, wird im Text nichts weiter über das Lager erwähnt. Der Umstand, dass die Flüchtlinge aus dem Zwangsarbeitslager sich am Ende nach Bhutan absetzen, scheint jedoch darauf hinzuweisen, dass ihr Lager in einer Gegend nicht allzu weit von der Grenze und damit möglicherweise in Lhodrag gelegen haben könnte.

Acht Glückssymbole
Bei den in der tibetischen Kunst wie im Alltagsleben häufig verwendeten Zeichen, die verschiedene Aspekte des Buddhismus repräsentieren und als glücksbringend gelten, handelt es sich um: → Schneckenhorn, Endlosen Knoten, Goldfischpaar, Lotosblüte, Heiligen Schirm, Schatzvase, Rad und Siegesbanner.

Achtfacher Pfad
→ Edler Achtfacher Pfad.

Akasha-Mudra
Eine → Mudra, bei der Mittelfinger und Daumen unter Streckung der anderen Finger jeweils leicht aneinandergelegt werden. Der Name leitet sich davon ab, dass der Mittelfinger das im Ayurveda neben Luft, Feuer, Wasser und Erde als Raum (Sanskrit: akasha) bezeichnete fünfte Element repräsentiert. Neben diversen körperlichen Wirkungen soll diese Handhaltung unter anderem den Geist weiten und die Verbindung zu unserem inneren Lehrer stärken. Sherab Khyentse nutzt sie, um sich darin zu unterstützen, seinem Geist Vorrang vor seinen körperlichen Bedürfnissen einzuräumen.

Akhu
Tibetisch für Onkel.

Amba
Sanskrit für Mama.

Amchi
Bezeichnung für einen Arzt der tibetischen Heiltradition.

Amdowa
Bewohner der historischen tibetischen Region Amdo, die heutzutage auf die Provinzen Qinghai, Gansu und Sichuan der Volksrepublik China aufgeteilt ist.

Amitabha, Buddha
Gilt als Buddha umfassender Liebe, der in der Ruhe zu finden ist und auf das Erwachen sämtlicher Wesen hinwirkt. Sein Sanskritname, dessen tibetische Variante Öpagmé lautet, bedeutet Grenzenloses Licht. Ami­tabhas wichtigste Methode zum Erlangen von Erwachen ist die Visualisierung der den Übenden umgebenden Welt als Paradies (s. dazu auch die Erklärungen Düsum Khyenpas in Buch 1, im Kapitel Ein echter Tragtung werden).

Amma
Tibetisch für Mutter.

Amoghasiddhi
Dieser Buddha, dessen Sanskritbezeichnung in etwa Allmächtiger Zielverwirklicher bedeutet, verkörpert vollendete Weisheit. Seine Methode ist die Verwandlung von Neid, Eifersucht und Angst in von Weisheit geprägtes und auf dieser Grundlage erfolgreiches aktives Handeln.

Anatman
Sanskritbegriff für das → Nicht-Selbst.

Annamaya Kosha
In der indischen Lehre von den fünf Energiehüllen (s. auch → Kosha) ist Annamaya die dem physischen Körper entsprechende. Daher auch ihre Körperhülle bedeutende Sanskritbezeichnung.

Appa
Khams für Vater.

Arhat
Sanskrittitel, der in den verschiedenen buddhistischen Schulen unterschiedliche Verwendung findet. Vereinfacht kann man sagen, dass er im Theravada für jemanden benutzt wird, der durch Praktizieren der buddhistischen Lehre → Nirwana erlangt hat. Ein Arhat (Würdiger), der ohne Anleitung vollständig erwacht ist, wird hier mit dem Ehrentitel Buddha (Erwachter) belegt. Im Mahayana bezeichnet Arhat dagegen lediglich jemanden, der die Ich-Vorstellung vollkommen aufgelöst hat, während ein vollkommen Erwachter als Buddha bezeichnet wird.

Asana
Im Yoga Bezeichnung für eine Körperstellung bzw. Übung.

Atman
In den Veden für die unzerstörbare, ewige Essenz des Geistes – also das, was wiedergeboren wird – benutztes Sanskritwort mit der wörtlichen Bedeutung Lebenshauch bzw. Atem.

Bardo
Im Tibetischen generell der Ausdruck für eine Übergansphase. Im Text ist damit speziell die Zeit zwischen Tod und Wiedergeburt gemeint.

Bedingtes Entstehen
Nach dieser von Buddha Shakyamuni erkannten Gesetzmäßigkeit existiert nichts in der Welt aus sich allein heraus und getrennt von allem Anderen. Vielmehr stehen sämtliche Phänomene in einer gegenseitigen Abhängigkeit. Vgl. auch die Erläuterungen des Erwachten in Buch 1, im Kapitel Im ständigen Fluss des Werdens.

Bhang
Hindi-Wort für eine traditionelle Hanfzubereitung, die entweder als Konfekt oder Bhang-Butter gegessen, als Bestandteil diverser Getränke genossen oder mit Tabak zugesetzt geraucht wird. Die Tradition, Hanf in Form von Bhang zu konsumieren, soll bis zum Jahr 1.000 v. Chr. zurückgehen.

Bharal
s. → Blauschaf.

Binduperle
Zusatzperle einer → Mala. Sie dient als Zählhilfe und Energieunterbrecher.

Blattern
Anderer Name für die Pocken, eine schwere Viruserkrankung, die aufgrund fehlender Antikörper unzählige Angehörige der indigenen Völker Amerikas das Leben gekostet hat.

Blauschaf
Auch Bharal oder Nahur genannt gehört dieses in der Himalaya-Region verbreitete Tier trotz seines Namens zu den Ziegenartigen. Es bevorzugt große Höhen von 3.000 bis 5.000 Metern, und kommt sogar noch darüber vor. Der Name Blauschaf leitet sich von seinem grauen Fell ab, das oft einen bläulichen Schimmer aufweist.

Bodhibaum
Die in Indien und Sri Lanka beheimatete Pappelfeige (Ficus Religiosa) wird auch Bodhibaum genannt, weil unter diesem Baum der Überlieferung nach der Buddha Erwachen (Sanskrit: bodhi) erlangt haben soll. Die Blätter sind angeblich selbst bei Windstille in ständiger Bewegung.

Bodhichitta
Das aus bodhi (Erwachen) und chitta (Geist) zusammengesetzte Sanskritkompositum bezeichnet im Buddhismus den sog. Erwachensgeist, womit eine geistige Einstellung gemeint ist, die Erwachen nicht nur für die eigene Person, sondern zum Wohle aller Wesen zum Ziel hat. Bodhichitta ist durch selbstlose Entschlossenheit und ebenso großes Mitgefühl gekennzeichnet. Es gibt drei Formen:

  1. Königgleiches: Das Streben, zunächst selbst ein Buddha zu werden, um anschließend Anderen zu helfen.
  2. Bootsführergleiches: Das Streben, gleichzeitig mit Anderen Erwachen zu erlangen.
  3. Schäfergleiches: Das Streben, erst dann selbst Erwachen zu erlangen, wenn alle Anderen dies bereits erreicht haben.

Bodhisattwa
Dieser Sanskritausdruck bedeutet Einer, dessen Wesen Erkenntnis ist und meint jemanden, der Buddhaschaft anstrebt und das Gelübde abgelegt hat, auf dem eigenen Weg dorthin anderen Wesen dabei zu helfen, sich aus dem Kreislauf leidvoller Wiedergeburten zu befreien.

Brahman
Im Hinduismus Bezeichnung für das Absolute und den Urgrund allen Seins – eine unveränderliche, unendliche, immanente und transzendente Realität, die man als unpersönliches Konzept vom Göttlichen auffassen kann. Das Verhältnis des Brahman zum → Atman wird in einzelnen Richtungen des Hinduismus verschiedenartig – entweder als mit dem Atman wesensgleich oder als davon unterschieden – definiert. Das Wort Brahman, das die direkte Bedeutung Heiliges Wort, Heilige Formel oder Heilige Kraft hat, ist auch im Sanskrit ein Neutrum und nicht zu verwechseln mit dem Gott Brahma oder dem Brahmanen, einem Angehörigen der ersten Kaste im hinduistischen Varnasystem.

Chagna Dorje
Tibetischer Name des Bodhisattwas → Vajrapani.

Chakra
Sanskritbegriff mit der wörtlichen Bedeutung Rad. In den verschiedensten Religionen indischen Ursprungs wird damit ein sog. feinstoffliches, d.h. zwischen dem Materiellem und Immateriellem der Wissenschaften anzusiedelndes Energiezentrum bezeichnet. Im indischen Yoga geht man dabei von sieben Hauptchakren aus, die von der Steißbeinregion in aufsteigender Reihenfolge bis zum Scheitel gezählt werden. Den verschiedenen Chakren werden unterschiedliche Eigenschaften und daher auch Einflüsse auf Körper, Emotionen und Geist zugeschrieben.

Chakravartin
Titel aus dem Sanskrit mit der übertragenen Bedeutung Machtvoller Herrscher (wörtlich: Einer, der das Rad antreibt).

Chang
In lateinischer Umschrift auch Chhaang geschrieben bezeichnet auf Tibetisch eine Art Bier aus Gerste, (Finger-)Hirse oder Reis.

Chöd
Diese Vajrayana-Praxis, deren Name auf Tibetisch so viel wie Durchtrennen bedeutet, basiert auf den → Prajnaparamita-Sutras und wurde in Tibet von Machig Lobdrön (*1055, †1149), einer berühmten Lehrerin, Tantrikerin und Yogini verbreitet. Wie Sherab Khyentse seine eigene Chöd-Praxis sieht, erklärt er in Buch 6, im Kapitel Eine Übung für Tragtungs.

Chödpa
Ein Mann, der die Übungen des → Chöd praktiziert. Eine Chöd übende Frau nennt man Chödma.

Chörten
Tibetisches Wort für die dortige Variante eines → Stupa.

Chuba
Dieses traditionelle tibetische Kleidungsstück wird in unterschiedlichen Ausführungen (als Kleid oder Mantel, aus Seide, Wolle oder Schaffell) sowohl von Frauen als auch Männern knöchellang getragen. Üblicherweise hat eine Chuba sehr lange und weite Ärmel und wird in der Taille mit einer Schärpe zusammengeschnürt, sodass der obere Teil als Tasche benutzt werden kann.

Chushi Gangdruk
Tibetische Guerilla-Armee, deren Name Land der Vier Flüsse und Sechs Gebirge bedeutet, womit Kham (s. → Ortsverzeichnis: Kham) gemeint ist. Obwohl es vor allem dort bereits seit der durch die offizielle tibetische Armee verlorenen Schlacht von Chamdo vereinzelt bewaffneten Widerstand gab, erfolgte die offizielle Gründung dieser irregulären Freiwilligenarmee erst am 16. Juni 1958. Nachdem die Partisanen zunächst ihre eigenen Waffen gekauft hatten, bat die Chushi Gangdruk später die US-Regierung um Hilfe. Die aber verlangte ein offizielles Hilfsersuchen der tibetischen Regierung, was jedoch ausblieb. So kam es schließlich zur Zusammenarbeit mit der CIA. Als 1974 unter Richard Nixon die amerikanisch-chinesischen Beziehungen neu ausgerichtet wurden und die CIA daraufhin ihr Unterstützungsprogramm beendete, stellte die Chushi Gangdruk – auch auf Bitten des → Dalai Lamas – die Kampfhandlungen ein.

Dakini
Sanskritwort für → Khandroma.

Dalai Lama
Häufig mit Ozeangleicher Lehrer übersetzter Titel des höchsten Lamas innerhalb der Gelug-Schule des tibetischen Buddhismus. Als Ehrentitel ist Dalai Lama 1578 zum ersten Mal verwendet worden, als der mongolische Fürst Altan Khan seinen spirituellen Lehrer Sönam Gyatsho damit ausgezeichnet hat, der in der offiziellen Zählung allerdings als der Dritte Dalai Lama gilt.

Devata Yoga
Gottheit-Visualisierungs-Meditation des tantrischen Buddhismus. Bei
dieser Technik wird das angestrebte Ergebnis zur Übung genutzt, indem der Meditierende sich als eine von vielen verschiedenen Meditationsgottheiten visualisiert und sich so mit den ihr zugeschriebenen Attributen identifiziert. Mit Gottheit ist dabei die symbolische Personifikation bestimmter Eigenschaften eines Erwachten gemeint, das Ziel besteht im Erlangen von Erwachen. Auf dem Weg dorthin soll der Meditierende mithilfe dieser Übung außerdem seine Ich-Identifikation in zunehmendem Maße lockern.

Dewachen
Tibetische Bezeichnung für Sukhavati (Sanskrit: die Freudige), das Reine Land des Buddhas → Amitabha. Details dazu finden sich in Buch1, Kapitel Tamdin, der Bodhisattwa.

Dharma
Bezeichnet die Lehre vom rechten Leben in seiner gesamten spirituell-ethisch-moralischen Dimension. Das Kompositum Buddha-Dharma könnte man daher grob mit Lehre Buddhas übersetzen. Allerdings ist der Begriff Dharma, wie die hier angeführte Definition erkennen lässt, umfassender als der deutsche Ausdruck Lehre.

Dharmachakra
Der Sanskritausdruck mit der Bedeutung Rad des → Dharma bezieht sich auf ein weit verbreitetes Symbol für die buddhistische Lehre, das mit seinen acht Speichen auf den → Edlen Achtfachen Pfad hinweist.

Dharmapala
s. → Personenregister: Chökyong.

Dönyö Drubpa
Tibetischer Name des Buddhas → Amoghasiddhi.

Dorje Namjom
Tibetischer Name des Buddhas → Vajravidarana.

Dorje Phurba
Tibetischer Name des Buddhas → Vajrakilaya.

Dorje Sempa
Tibetischer Name des Buddhas → Vajrasattva.

Dri
Tibetische Bezeichnung für eine Yakkuh.

Drölma
Tibetischer Name von Tara (Sanskrit für Stern), die je nach Sichtweise als Bodhisattwi oder weiblicher Buddha gilt und in vielfältigen Formen auftritt, die jeweils ihr eigenes Mantra sowie ihre eigenen Übungskanon haben und von sanft über halb-zornvoll bis zornvoll reichen. Die grüne Tara – die Retterin – gilt dabei als Hauptmanifestation und nimmt im tibetischen Buddhismus eine zentrale Stellung ein.

Druk
Sowohl im Tibetischen als auch im Dzongkha, der Amtssprache Bhutans, Wort für den Donnerdrachen. Donner, auch als Wolkenstimme bezeichnet, gilt als das Brüllen des Drachen. Der Legende nach trägt der Donnerdrache → Wunschjuwelen in seinen Klauen.

Dzogchen
Tibetisch für Die Große Vollkommenheit bezeichnet Dzogchen eine Lehre, die in verschiedenen Varianten sowohl Teil des tibetischen Bön als auch des tibetischen Buddhismus ist, hier vor allem der ältesten Schule – der Nyingma-Tradition. In Letzterer gilt sie als spirituelle Essenz aller buddhistischen Lehren und zielt auf die unmittelbare Erkenntnis sowie anschließende Stabilisierung der als ursprünglich vollkommen aufgefassten Natur des Geistes ab. Eine sehr persönliche Einschätzung dieser Lehre durch den Berggeist findet sich in Buch 5, im Kapitel Chökyong Tamdin Ösel und das klare Licht.

Dzong
Tibetische Bezeichnung für eine stark befestigte Klosterburg, von der ursprünglich das umliegende Land verwaltet wurde. Daher werden im von der tibetischen Kultur geprägten Himalayaraum auch Verwaltungsbezirke häufig Dzong genannt.

Edler Achtfacher Pfad
Bezeichnet die vierte der → Vier Edlen Wahrheiten und ist damit zentrales Element der buddhistischen Lehre. Er zeigt den zur Beendigung des Leidens führenden Weg, wie Onkel Siddhartha ihn in Buch 1, im Kapitel Acht lebensverändernde Übungen erklärt.

Endloser Knoten
s. → Acht Glückssymbole.

Erstes Buddhistisches Konzil
Da der Buddha Shakyamuni seine Lehren nicht schriftlich niedergelegt hat, sondern sie durch seine Schüler hat auswendig lernen lassen, hielt man es nach seinem Tod für notwendig, sowohl seine Lehrreden als auch die Ordensregeln für das buddhistische Mönchtum schriftlich festzuhalten. Zu diesem Zweck wurde die auf den Tod Buddhas folgende Regenzeit für ein Treffen von legendär 500 Mönchen bestimmt. Als Schauplatz wählte man die Saptaparni-Höhlen aus. Als Herrscher über dieses Gebiet war König Ajatashatru Schirmherr der Veranstaltung.

Ganesha
Im Hinduismus aufgrund der ihm zugeschriebenen Eigenschaften äußerst beliebter Gott, der u.a. Hindernisse zu beseitigen vermag und somit als Glücksbringer gilt. Als Sohn von → Shiva und seiner Gattin Parvati verkörpert er mit diesen zusammen außerdem das Idealbild der Familie. Zur Erklärung, wie Ganesha (Sanskrit für Herr der Scharen) als Mann zu seinem Elefantenkopf gekommen ist, gibt es verschiedene Legenden.

Gau
Tragbarer, meist aus Metall gefertigter Reliquienbehälter, der von Nomaden oder Pilgern mittels eines Stoff- oder Ledergurts über der Schulter getragen wird, sodass er seitlich oder hinten am Körper zu hängen kommt.

Gegenseitige Bedingtheit
s. → Bedingtes Entstehen.

Geisterhügel
Im Text sind mit dieser Bezeichnung die im heutigen US-Bundesstaat Wisconsin gelegenen sog. effigy mounds gemeint. Solche auch in anderen Teilen der USA vorkommenden Hügel sind von indigenen Völkern größtenteils zwischen 350 und 1300 n. Chr. meist in der Nähe von ehemaligen Feuchtgebieten errichtet worden und lassen von der Luft aus betrachtet an Tierdarstellungen, Symbole oder menschliche Gestalten erinnernde Formen erkennen. Einige von ihnen enthalten menschliche Gebeine oder Mumien.

Gelugpa
Anhänger der Gelug-Schule, also der jüngsten der vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus, die auf den Lehren des bedeutenden Reformators Tsonkhapa (*1357, †1419) fußt.

Großer Steuermann
Bezeichnung für Mao Zedong (*26.12.1893, †09.09.1976), der u.a. Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas (1943-1976) sowie Vorsitzender der Volksrepublik China (1954-1959) war und neben vielen anderen Kampagnen die Kulturrevolution ins Leben gerufen hat.

Guru
Sanskrittitel für einen verehrten spirituellen Lehrer bzw. einen Berater mit Beispielcharakter und bedeutet wörtlich schwer bzw. gewichtig.

Gyan-Mudra
Bei dieser → Mudra werden die Spitzen von Daumen und Zeigefinger in leichter Berührung aneinandergelegt, während die restlichen drei Finger ausgestreckt sind. Dadurch soll das im Ayurveda als eines der fünf alles Sein konstituierenden Elemente geltende Luftelement im Körper gekräftigt werden. Dies wiederum soll u.a. zur Stärkung des Nervensystems mit positiven Auswirkungen auf die Gefühle führen.

Haudenosaunee
So viel wie Leute des Langhauses bedeutende Eigenbezeichnung sowohl für den auch → Irokesenliga genannten nordamerikanischen Bund der Irokesen als auch für dessen Angehörige. Der Name steht für das durch die Gründung des Bunds angestrebte friedliche Zusammenleben der ihm Angehörigen, so wie es üblicherweise von verschiedenen Familien in einem Langhaus praktiziert wurde.

Hayagriva
Von den Sanskritwörtern haya (Pferd) und griva (Hals) abgeleiteter Name, der im Hinduismus eine pferdeköpfige Gottheit bezeichnet, die als Avatar Vishnus sowie Gott des Wissens und der Weisheit gilt. Im Vishnuismus nimmt Hayagriva eine vergleichbare Stellung ein wie der elefantenköpfige Gott Ganesha im Shivaismus.

Bezüglich des Herukas/→ Yidams namens Hayagriva s. die Erläuterungen unter → Tamdin.

Herz-Sutra
Der auf Sanskrit Prajnaparamita Hrdayasutra (das Herz der Perfektion von Weisheit) genannte Text ist der kürzeste der → Prajnaparamita-Texte und gilt als dessen Essenz. Der bekannteste Satz aus diesem Sutra ist sicherlich »Form ist Leere, Leere ist Form«, wodurch verdeutlicht werden soll, dass Leerheit nicht die Nicht-Existenz von Phänomenen meint, sondern das Fehlen unveränderlicher Eigenschaften. Das das Sutra abschließende Mantra Gate, gate, paragate, parasamgate, bodhi, svaha wird üblicherweise mit Gegangen, gegangen, hinübergegangen, vollkommen hinübergegangen, Erwachen, Svaha (abschließende Segensformel) übersetzt und soll den Übenden an die Kernaussagen des Sutra erinnern.

Himmelsbestattung
Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten (gefrorene oder steinige Erde, Mangel an Brennstoffen wie Holz) vor allem in Tibet, aber auch in einigen anderen zentralasiatischen Ländern gewählte Form der Bestattung. Eine tibetische Besonderheit dabei ist allerdings, dass der Leichnam vor der Verfütterung an Geier zerkleinert wird.

Holzkragen
Das auch Kang oder Cangue genannte quadratische Holzbrett mit einem mittig platzierten Loch für den Hals wurde nicht nur in Tibet, sondern auch in China, Japan und Korea zur öffentlichen Demütigung und Beschämung von Straftätern verwendet. Dabei wurde auf dem Brett meist die begangene Straftat vermerkt.

Ikshvaku
Berühmte, nach ihrem legendären Gründervater Ikshvaku (Sanskrit für Zuckerrohr) benannte altindische Herrscher-Dynastie, die sich auch mit dem mythischen Namen Suryavamsha (Sanskrit für Sonnendynastie) bezeichnen ließ, da Ikshvaku einer der beiden Söhne des Sonnengottes Surya gewesen sein soll. Der berühmteste Vertreter der Ikshvaku-Dynastie ist Rama, der als siebter Avatars des Gottes Vishnu als Fürst in Ayodhya, einer früheren Hauptstadt des Königreichs von Kosala, geherrscht haben soll.

Indisch-Chinesischer Grenzkrieg
Zwischen dem 20. Oktober und 20. November 1962 an zwei geographisch weit auseinanderliegenden Schauplätzen (in Ladakh im Westen und der Tawang-Region im Osten) ausgefochtener Konflikt um den Grenzverlauf zwischen Indien und der Volksrepublik China, der mit einem Waffenstillstand endete. Bis heute ist der Grenzverlauf zwischen beiden Nachbarstaaten strittig.

Inneres Feuer
s. → Sechs Yogas des Naropa.

Irokesenliga
Dieser zu Zeiten sehr mächtige, auch unter der Eigenbezeichnung → Haudenosaunee bekannte Bund wurde 1142 oder 1451 vom sog. Großen Friedensstifter gegründet und vereinte ursprünglich fünf in einem zusammenhängenden Gebiet in den heutigen US-Bundestaaten New York und Pennsylvania lebende, irokesische Sprachen sprechende Stämme: die Mohawk, Oneida, Onondaga, Cayuga und Seneca. Zu Beginn des 18. Jhs. gesellten sich noch die aus dem Süden hinzugezogenen Tuscarora hinzu. Neben dem die Clanoberhäupter umfassenden Stammesrat gab es einen Bundesrat, der die gesamte Konföderation betreffende, Einstimmigkeit erfordernde Entscheidungen fällte. Im Bundesrat verfügte jeder Stamm über eine in der Konföderationsverfassung festgehaltene Anzahl von Repräsentanten, die sich stets in Onondaga (s. Ortsverzeichnis: → Onondaga) versammelten. Als Bewahrer des großen Ratsfeuers nahmen die Angehörigen des Stamms der → Onondaga die Position eines Schiedsrichters ein und hatten in dieser Funktion das Recht, in Pattsituationen eine bindende Entscheidung zu treffen. Da die irokesische Gesellschaft matrilinear organisiert war, kam den Frauen auch im Rat große Bedeutung zu.

Jala Neti
Klassische Körperreinigungstechnik des Yoga, bei der die Nasengänge mit lauwarmem Salzwasser gespült werden, um einen frei fließenden Atem für die Pranayama genannten yogischen Atemübungen sowie die meist anschließende Meditation sicherzustellen und dadurch die Effektivität von beidem zu steigern.

-ji
Eine in indischen Sprachen verbreitete Höflichkeitssilbe, die an den Namen des Angesprochenen angehängt wird. Ihr tibetisches Pendant ist → -la.

Jigten Kyong
Tibetisch für → Lokapala.

Jivan
Dem Hörverständnis angepasste Schreibeweise von → Jivana.

Jivana
Das Sanskritwort bedeutet Leben und kommt u.a. im Mantra des Buddhas → Tsepagmé (Sanskrit: Amitayus) vor.

Kagyüpa
Anhänger einer der Kagyü-Schulen des tibetischen Buddhismus. Diese gehen auf Marpa, den Übersetzer (*1012, †1097) zurück. Es gibt vier sog. Große Kagyü-Schulen und acht sog. Kleine Schulen. Von Letzteren sind allerdings nur noch wenige als eigenständige Schulen erhalten.

Kalinga-Krieg
Dieser bewaffnete Konflikt wütete von ca. 262 v. Chr. bis 261 v. Chr. zwischen dem Großreich von Magadha und dem Kalinga-Reich. Allein in der Entscheidungsschlacht sollen ungefähr 100.000 magadhische Kämpfer und mehr als 200.000 Kalingas gefallen sein. Sämtliche kalingischen Überlebenden wurden in die Verbannung geführt.

Karma
Dieses Sanskritwort, das auf Deutsch mit Wirken oder Tat wiedergegeben werden kann, bezeichnet im Hinduismus die Idee, dass jedwede Handlung Ursache einer späteren Wirkung ist, die nicht notwendigerweise im selben Leben in Erscheinung treten muss, sondern sich auch in einem zukünftigen manifestieren kann. Im Buddhismus werden nicht erst die Taten als Ursache angesehen, sondern bereits die Absichten. Weitere Erläuterungen dazu finden sich in Buch 1, im Kapitel Kunika sucht nach seinem Selbst.

Karmapa
Titel der Wiedergeburten → Düsum Khyenpas mit der Bedeutung Einer, der Buddha-Aktivität ausführt.

Karmapa chenno
Übliche Anrufung des Karmapas, um von ihm Hilfe in Form von Belehrungen, aber auch von Einsichten in Notsituationen zu erhalten, da man glaubt, durch den Klang dieses Mantras eine direkte Verbindung zum erwachten Geist des Karmapas herstellen zu können. Übersetzen lässt sich dieses Mantra ungefähr mit Karmapa, bitte wenden Sie mir Ihre Aufmerksamkeit zu.

Khamtrul Rinpoche
Titel eines wichtigen Trulkus der Drukpa-Kagyü-Schule, der auf Tibetisch so viel bedeutet wie Trulku aus Kham. Zum 8. Khamtrul Rinpoche s. Personenregister → Dongyü Nyima.

Khandroma
Tibetischer Ausdruck für das Sanskritwort dakini. Khandroma bedeutet wörtlich Luft- bzw. Himmelswandlerin, Dakini Himmelstänzerin. Beides meint ein in weiblicher Gestalt erscheinendes tantrisches Geistwesen mit wandelbarem Temperament, das Inspiration auf dem spirituellen Pfad gibt und manchmal auch den Fortschritt der Praktizierenden prüft.

Khenmo
Tibetisches Wort für eine Äbtissin.

Khenpo
Titel für Graduierte der Kagyü- und Nyingma-Klosteruniversitäten, der sich in etwa mit Gelehrter übersetzen lässt. In der Gelug- und Sakya-Tradition entspricht diesem Bildungsgrad der Geshe-Titel.

Kindhaltung
Name einer Yoga-Haltung, die folgendermaßen ausgeführt wird: Vom Fersensitz ausgehend wird der Oberkörper nach vorne gebeugt und auf den Oberschenkeln abgelegt. Die Stirn berührt den Boden, die Hände können seitlich angelegt oder nach vorne ausgestreckt werden.

Kiste
Hier ist eine Meditationsbox gemeint. Diese Vorrichtung dient dem Zweck, Langzeitmeditierende vor ungewolltem Umsinken zu schützen. Sie kann gleichzeitig als Bettersatz benutzt werden, um auch während des Schlafs im Sitzen Übungen wie z.B. Traumyoga zu ermöglichen.

Kleines rotes Buch
Auch Mao-Bibel genannt ist die Bezeichnung für eine Sammlung von Zitaten und Veröffentlichungen Mao Zedongs, die in Deutschland unter dem Titel Worte des Vorsitzenden Mao Tsetung veröffentlicht wurden. Das chinesische Original erschien erstmals 1965. Während der Kulturrevolution wurde von jedem Staatsbürger erwartet, dieses Buch bei sich zu tragen.

Königgleiches Bodhichitta
s. → Bodhichitta.

Koliya
Den → Shakya, mit denen sie traditionell durch Heirat verbunden waren, benachbarte altindische Stammesoligarchie. Yashodhara, die Ehefrau Siddhartha Gautamas, zum Beispiel war die Tochter eines Koliya-Prinzen.

Kora
Tibetisches Wort für das rituelle Umschreiten eines Heiligtums.

Kosha
Bedeutet auf Sanskrit Hülle. Die Lehre von den Koshas geht auf die Upanischaden zurück und beschreibt fünf verschiedene Bewusstseinsebenen, die als Hüllen i.S.v. Verhüllungen des Selbst verstanden werden.

Kotau
Im chinesischen Kaiserreich ehrerbietige Form des Grußes gegenüber Respektspersonen. Dabei geht der Respekt Zeigende in angemessenem Abstand zur Respektsperson in die Knie und verbeugt sich dergestalt, dass er mit seiner Stirn mehrfach den Boden berührt.

Kreislauf leidvoller Wiedergeburten
Im Text für Samsara benutzt, was auf Sanskrit und → Pali Ständiges Wandern bedeutet und den ewigen, als leidvoll betrachteten Kreislauf von Tod und → Wiedergeburt bezeichnet.

Kschatrija
Vermutlich aus einer Art vedischem Stammeshäuptlingtum hervorgegangene führende Gesellschaftsschicht aus Kriegern, Fürsten und Königen, deren Aufgabe es war, die Gemeinschaft wenn nötig mit Waffengewalt zu schützen und über das ihnen unterstellte Territorium zu herrschen. Dabei sollte der Kschatrija das → Dharma wie das daraus hervorgegangene Gesetz und Recht bewahren, den Wohlstand des Volkes verteidigen sowie Schwachen und in Not Geratenen Schutz gewähren. Später, im Varnasystem bildete diese Kriegerelite die zweite der vier hinduistischen Kasten. Von diesen war es nur den Kschatrijas erlaubt, zu töten oder die Todesstrafe zu verhängen. Falls es zur Wahrung des Dharma als nötig erachtet wurde, war dieses Recht gleichzeitig auch Pflicht. Ein Kschatrija zeichnete sich nicht nur durch seine Herkunft und Aufgaben aus, sondern sollte darüber hinaus auch einen bestimmten Charakter mit dazugehörigen Verhaltensweisen aufweisen, zu deren Ausbildung er eine besondere Erziehung zu durchlaufen hatte. So sollte er z.B. das Dharma voller Ehrfurcht befolgen, geübt im Umgang mit Waffen sein sowie über gesunden Ehrgeiz, Wahrheitsliebe, tugendhaftes Benehmen, einen guten und entwickelten Verstand sowie Kraft und Ausdauer verfügen.

Kuomintang
Diese 1912 aus dem Zusammenschluss mehrerer Parteien und Revolutionsgruppen hervorgegangene Partei war nach der Xinghai-Revolution maßgeblich an der Gründung der ersten chinesischen Republik beteiligt. Nach einer wechselvollen Geschichte und einigen Umbenennungen bildete sie ab 1924 mit der kommunistischen Partei Chinas die sogenannte Einheitsfront gegen die damals in China herrschenden Warlords, die militärisch zwar große Teile des Landes einte, 1927 aber aufgrund politischer Differenzen zerbrach. Daraufhin kam es zum chinesischen Bürgerkrieg, den die Kuomintang 1949 verlor, woraufhin Millionen Anhänger nach Taiwan flüchteten, wo bis 1987 de facto eine Einparteienherrschaft der Kuomin­tang bestand.

-la
Eine im Tibetischen verwendete Höflichkeitssilbe, die an den Namen des Angesprochenen angehängt wird. Ihr indisches Pendant ist → -ji.

Lama
Das tibetische Wort für den Sanskritausdruck → Guru. Es wird als Titel für einen verehrten spirituellen Lehrer verwendet.

Langhaus
Für die Stämme der → Haudenosaunee typische Hausform ohne Fenster und jeweils nur einem Eingang an den Enden. In einem um die 25 m langen, 6 m breiten und ebenso hohen Haus wohnten zwischen fünf und zwanzig Familien.

Lebenskanal
Wie das Ayurveda oder die Traditionelle Chinesische Medizin kennt die tibetische Heilkunst unterschiedliche Energiekanäle, die feinstofflich den Körper durchziehen und mit unterschiedlichen Lebensenergien versorgen. Der Lebenskanal (tib. srog rtsa) ist, wie der Name andeutet, im Zweifel lebenswichtig. Blockaden können gravierende oder sogar tödliche Auswirkungen haben.

Leerheit, leer
Ein für den Buddhismus zentraler Begriff, der die Nicht-Existenz eines dauerhaften und unveränderlichen Seins umschreibt, in dem Phänomene aufgrund ihres → Bedingten Entstehens über keine ihnen innewohnenden Eigenschaften verfügen, sondern im Gegenteil vollkommen substanzlos sind. Mehr dazu in Buch 1, im Kapitel Der Trost des Erwachten.

Lha Rgyal Lo
Kurz für Ki ki so so lha rgyal lo, tak seng khung druk, di yar kye, eine auf vorbuddhistische Zeiten zurückgehende tibetische Anrufung um den Segen der Götter gegen die Dämonen, die später je nach buddhistischer Strömung entsprechend umgedeutet worden ist. Hier im Text wird sie als Segensspruch mit folgender Auslegung verwendet: »Möge deine Lebenskraft sich in voller Blüte manifestieren und das dich durchströmende Göttliche dich über jegliche Verblendung siegen lassen, sodass Tiger, Schneelöwe, Garuda und Drache erscheinen.« Die Aufzählung der in der tibetischen Mythologie als die Vier Würden bezeichneten Tiere hat symbolische Bedeutung. In diesem Zusammenhang steht der Tiger für Zuversicht, disziplinierte Achtsamkeit, Güte und Bescheidenheit, der Schneelöwe für einen klaren, von Freude erfüllten und damit Schönheit schaffenden Geist, der Garuda (ein vogelartiges mythologisches Wesen) für Weisheit sowie die Freiheit von Ängsten und realitätsfernen Hoffnungen und der Drache für Stärke, Mitgefühl sowie die vollendete Fähigkeit zur Kommunikation.

Lhakhang
Tibetische Bezeichnung für ein Gebäude, das rituelle Gegenstände wie z.B. Statuen beherbergt und in dem Rituale wie Zeremonien stattfinden. Wörtlich bedeutet Lhakhang in etwa Haus des Göttlichen.

Licchavi
Altindische Stammesoligarchie und Dynastie, deren Territorium sich auf dem Gebiet des heutigen indischen Bundesstaats Bihar befand.

Lokapala
Hat im Sanskrit die wörtliche Bedeutung Weltenhüter, während das tibetische Pendant Jigten Kyong so viel wie Irdischer Schützer bedeutet. Im tibetischen Buddhismus häufig für vorbuddhistische Gottheiten, Berggötter, Dämonen oder Geister benutzt, die von Padmasambhava durch Eid dazu verpflichtet wurden, ein Kloster, geographisches Gebiet, eine bestimmte Tradition oder den Buddhismus im Allgemeinen zu schützen.

Lotossitz
Diese einer Lotosblüte nachempfundene, auch mit dem Sanskritwort padmasana bezeichnete Sitzposition ist als klassische Sitzhaltung des Yoga die traditionell verwendete Sitzweise bei der Meditation: Bei verschränkten Beinen ruht der rechte Fuß auf dem linken Oberschenkel und der linke Fuß entsprechend auf dem rechten.

Lymphangitis
Meist durch Bakterien, aber auch durch andere Krankheitserreger wie z.B. Rost hervorgerufene Entzündung der in Haut und Unterhautfettgewebe gelegenen Lymphbahnen, die oft mit Fieber und Unwohlsein einhergeht. Im Volksmund auch Blutvergiftung genannt.

Magadha Prakrit
Ein im 3. Jhd. v. Chr. in Magadha gesprochenes indisches Idiom.

Mahakala
Bezeichnung der zornvollen Erscheinungsform → Tschenresigs, die sich aus den Sanskritwörtern māha (groß) und kāla (Zeit) zusammensetzt und auf eine wesentliche Eigenschaft bedingungslosen Mitgefühls hindeutet: die durch seine grundsätzliche Zeitungebundenheit hervorgerufene Überwindung des Todes. Im Vajrayana-Buddhismus gilt Mahakala als → Dharmapala.

Mahamrtyumjaya Mantra
Bedeutet auf Sanskrit Großes todbesiegendes Mantra. Das → Mantra, modern Mahamrityunjaya Mantra geschrieben, wird nach dem Sanskritwort für Der Dreiäugige auch Tryambakam Mantra genannt. Tryambaka ist ein sich auf das auf seiner Stirn befindliche dritte Auge beziehender Name Rudras bzw. Shivas. Das Mantra lautet: Om tryambakam yajāmahe sugandhim puti-vardhanam urvārukam-iva bandhanā mtyormukīya māmitāat. Svaha! Ins Deutsche übertragen bedeutet das ungefähr: Om, wir huldigen dem dreiäugigen Herrn, dem Wohlriechenden, der alle Wesen umhegt. Wie die gereifte Gurke [durch Eingriff des Gärtners] von ihren Fesseln [der Ranke] gelöst wird, so möge ER uns vom Tod befreien und zur Unsterblichkeit führen. Segen und Wohlergehen!

Mahasiddha
Im tantrischen Buddhismus Bezeichnung für jemanden, der die höchsten → Siddhi erlangt hat, wozu auch das Erwachen zählt. Der Sanskritbegriff bedeutet wörtlich in etwa Großer Beherrscher Vollkommener Fähigkeiten.

Mala
Das Sanskritwort für Kette bezeichnet eine hinduistische oder buddhistische Gebetskette (im weitesten Sinne also ein Pendant zum christlichen Rosenkranz).

Mandalaopfermudra
Rituelle Handgeste, bei der die Hände ineinander verschränkt werden, die Zeigefingerspitzen jeweils die Enden der Mittelfinger der anderen Hand berühren, die Ringfinger aneinandergelegt sind und die Daumen die Spitzen der kleinen Finger berühren. Diese insbesondere in der Chödpraxis verwendete, aber auch allgemein für die Meditation sehr förderliche Mudra symbolisiert für den Meditierenden, dass er verblendete Vorstellungen loslässt – vom Allerkleinsten bis zum gesamten Universum. s. auch → Mudra.

Manimantra
→ Mantra zur Anrufung des Bodhisattwas → Tschenresig.

Manipura
Im indischen System der von unten nach oben gezählten sieben Hauptchakren bezeichnet Manipura – ein Sanskritwort mit der Bedeutung Juwelenflut – das dritte Chakra. Bei diesem auch Solarplexus- oder Nabelchakra genannten Energiezentrum geht es um die Themen Selbstidentifikation und damit zusammenhängend Durchsetzungsvermögen, inneres Feuer, Leidenschaft und Begeisterung.

Mantra
Wörtlich bedeutet dieses Sanskritwort so viel wie Instrument des Geistes. Es bezeichnet eine heilige Silbe, ein heiliges Wort oder einen heiligen Vers, durch deren/dessen Wiederholung eine spirituelle Kraft manifestiert werden soll.

Maos Kinder
Bezeichnung für die → Roten Garden, da diese vorwiegend aus Jugendlichen und jungen Erwachsenen bestanden.

Mara
Meint hier den Dämon, der Buddha Shakyamuni der Legende nach kurz vor seinem Erwachen durch seine drei schönen Töchter Lust, Unzufriedenheit und Gier versucht haben soll, um das Erwachen Siddhartha Gautamas doch noch zu verhindern. Die Sanskritbezeichnung Mara stammt von einer Wortwurzel ab, die Tod verursachend bedeutet.

Medizinbeutel
Kleiner Beutel, der bei den indigenen Völkern Nord- und Mittelamerikas traditionell der Aufbewahrung heiliger Gegenstände dient, die dem Träger bzw. Besitzer durch eine Vision offenbart werden. Ein persönlicher Medizinbeutel beinhaltet die private Medizin eines Menschen. Wobei der Begriff Medizin in diesem Zusammenhang weder ein Medikament noch die Wissenschaft von den Krankheiten und ihrer Verhütung bzw. Heilung bezeichnet, sondern eine hinter allen sichtbaren Erscheinungen existierende transzendente Kraft (vgl. → Orenda). Eine etwas größere Version des Medizinbeutels kann heilige Gegenstände enthalten wie sie z.B. von Mitgliedern eines der traditionellen irokesischen → Medizinbünde zur Durchführung von heilenden Ritualen benötigt wurden.

Medizinbund
Traditioneller Zusammenschluss von Stammesangehörigen der → Haudenosaunee mit dem Zweck, öffentliche wie geheime Zeremonien durchzuführen. Diese dienten der Erhaltung bzw. Wiederherstellung von Gesundheit und Wohlergehen nicht nur der einzelnen Stammesmitglieder, sondern der gesamten Gesellschaft einschließlich der Geister und Ahnen sowie von Göttern, Natur und Kosmos. Die verschiedenen Medizinbünde spielte eine wichtige Rolle für die Spiritualität der Haudenosaunee. Der Begriff Medizin bezeichnet in diesem Zusammenhang das sog. → Orenda.

Mein Sohn
Im Sanskrit putra, im Hindi beta (beides wörtlich Sohn) ist die übliche Anrede für ein Kind oder eine jüngere Person. Dabei ist zwar meistens ein Junge oder Mann gemeint, doch kann diese Anrede sich zumindest im zeitgenössischen Indien auch auf weibliche Personen beziehen. Eine Analogie dazu könnte man in der amerikanischen Verwendung des Worts guy für beide Geschlechter sehen.

Menla
Tibetische Bezeichnung für den Buddha der Heilung, auch Medizin-Buddha genannt, der alle Krankheiten zu heilen vermag, indem er den Patienten von den drei Geistesgiften heilt. Nach tibetisch-buddhistischer Vorstellung sind körperliche wie seelische Krankheiten grundsätzlich auf die Geistesgifte zurückzuführen, da diese tieferliegende Ursachen jeglichen Leidens darstellen.

Mitrugpa
Tibetische Bezeichnung für den auf Sanskrit Akshobhya (Der Unerschütterliche) genannten Buddha, dessen Weg zum Erwachen mit dem Gelöbnis begonnen hat, sich niemals wieder zu ärgern. Mitrugpa gilt als guter Helfer, sich von negativem Karma zu reinigen.

Mudra
Das wörtlich Siegel bedeutende Sanskritwort meint zum einen eine symbolische Handgeste und bezeichnet zum anderen eine auf den Organismus wirkende Fingerhaltung des Yoga. Im Text wird es ausschließlich in letzterem Sinne verwendet. Warnung!: Bei der sogenannten Mudra des hängenden Dochts handelt es sich um Sherab Khyentses persönliche Mudra, die besser nicht nachgeahmt werden sollte, da sie bei Menschen, die nicht gerade über das Erbe eines erwachten Schutzgeists verfügen, zu schweren psychischen wie physischen Beeinträchtigungen führen kann.

Nanda-Dynastie
Vorgängerdynastie der Maurya in → Magadha, die zwischen ca. 345 v.Chr. und 321 v. Chr. geherrscht hat.

Nangchen-Pferd
Kleines reinrassiges Pferd ohne arabisches, türkisches oder mongolisches Blut, das in Kham seit mehr als 14 Jahrhunderten gezüchtet wird und u.a. durch ein im Vergleich zu anderen Pferderassen größeres Herz und eine größere Lunge sehr gut an das Leben in großen Höhen angepasst ist. Charakterlich zeichnet es sich durch Temperament, Mut, Treue und Arbeitsbereitschaft aus. Körperlich ist es trotz seiner kräftigen Statur elegant gebaut und ist einerseits durch ein großes Durchhaltevermögen, andererseits aber auch durch Wendigkeit und Schnelligkeit gekennzeichnet, sodass es nicht nur als Arbeits- und Hirtenpferd, sondern sogar bei Rennen eingesetzt wird.

Ngöndro
Bedeutet im Tibetischen wörtlich Vor dem Gehen. Die unter diesem Begriff zusammengefasste Praxis wird im Vajrayana häufig als vorbereitend aufgefasst und angewandt, da es sich um grundlegende Übungen handelt. Gerade wegen dieser fundamentalen Bedeutung kann das alleinige Praktizieren von Ngöndro allerdings auch zur schrittweisen Erlangung von Erwachen führen. Mit der im Text erwähnten Kurzfassung ist vermutlich das Düdjom Tersar Ngöndro gemeint, eine von dem → Tertön Düdjom Lingpa (1835-1904) entdeckte Ngöndro-Version, die Padmasambhava selbst verborgen haben soll. Sie wurde von Düdjom Lingpas Wiedergeburt, Düdjom Rinpoche (1904-1987) gelehrt und erklärt.

Ngönpar Gawa
Tibetische Bezeichnung für Abhirati (Sanskrit für Das Reich vollendeter Freude), das Reine Land bzw. Paradies → Mitrugpas.

Nicht-Selbst
Deutsche Fassung des → Paliworts anatta bzw. seines Sanskritpendants anatman. Dabei handelt es sich um einen Schlüsselbegriff der buddhistischen Lehre, mit dem das Nichtvorhandensein eines permanenten und unveränderlichen Selbsts bezeichnet wird. Detailliertere Erläuterungen finden sich in Buch 1, im Kapitel Der Trost des Erwachten.

Nirwana
Das Sanskritwort mit der Bedeutung Etwas, das ausgeblasen ist / nicht mehr weht wird für die mit dem Erwachen einhergehende Erfahrung des Absoluten benutzt. Näheres dazu im namensgleichen Kapitel von Buch 1.

Om Padmo Ushnisha Vimale Hum Phat
Das sogenannte Wunschjuwelmantra (s. auch → Wunschjuwel) wird im Text zur Öffnung des dort → Ushnisha genannten Chakras verwendet.

Om Shakyamuniye Namaha
Dieses von Suhara geschaffene → Mantra lässt sich folgendermaßen aufschlüsseln:

OM ist sowohl für Hindus, Jainas als auch Buddhisten eine heilige Silbe mit jeweils unterschiedlichen Konnotationen. Bei Shakyamuniye handelt es sich um die Anredeform von Shakyamuni, einem Ehrentitel des historischen Buddhas. Namaha bedeutet auf Sanskrit Ich verbeuge mich. Insgesamt lässt sich das Mantra dementsprechend folgendermaßen übersetzen: OM, ich verbeuge mich vor dem Weisen aus dem Geschlecht der → Shakya.

Oneida
Historisch östlich der → Onondaga siedelnder Mitgliedsstamm der → Irokesenliga.

Onondaga
Bezeichnung für ein im heutigen US-Bundesstat New York ansässiges indigenes Volk gleichnamiger Sprache, das in der → Irokesenliga geographisch die zentrale Stelle einnahm und daher symbolisch als Hüter des Ratsfeuers galt. Die Eigenbezeichnung Onota’keka bedeutet Das Volk auf den Hügeln. Vgl. auch Ortsregister: → Onondaga.

Öpagmé
s. → Amitabha, Buddha.

Orenda
Bezeichnung für die in der Vorstellungswelt der Haudenosaunee existierende alles durchdringende mythische Lebenskraft. Das Orenda einzelner Individuen ist nicht notwendigerweise gleich stark. Durch Träume, Visionen und Gebete kann es vermehrt werden. Darüber hinaus lässt es sich übertragen. Über das die polaren Gegensätze des Universums im Gleichgewicht haltende Orenda sind die über es verfügenden Wesen mit den Elementen verbunden. Ist das Gleichgewicht gestört, entstehen u.a. Krankheiten. Mitglieder der → Medizinbünde sind in der Lage, solche Störungen zu beheben.

Östliches Meer
Übersetzung des Sanskritbegriffs Purvapayodhi, einer alten Bezeichnung für den Golf von Bengalen.

Pali
Mittelindische Sprache, in der viele buddhistische Texte verfasst sind.

Pandit
Sanskritbegriff für einen brahmanischen Gelehrten.

Pappelfeige
s. → Bodhibaum.

Paramita
Sanskritwort mit der Bedeutung Vollkommenheit, höchste Tugend, womit das Erlangen von Buddhaschaft sowie die Übungen dazu gemeint sind. Bei den sechs Paramitas handelt es sich um Übungen gegen sämtliche Störgefühle und negativen Geisteshaltungen. Ihre Vervollkommnung entspricht den ersten Stufen auf dem Pfad eines → Bodhisattwas. Die sechs Vollkommenheiten sind: 1. Großzügiges Geben gegen Geiz, 2. Ethische Disziplin gegen Undiszipliniertheit, 3. Geduld gegen Hass und Ärger, 4. Freudige Anstrengung gegen Trägheit und Faulheit, 5. Sammlung gegen Ablenkung und 6. Weisheit gegen falsche Ansichten.

Parinirwana
Vollständiges Nirwana nach dem Tod. Wenn jemand während seines/ihres Lebens → Nirwana erfährt, ist im Zeitpunkt des Sterbens sämtliches Karma vergangen. Nach dem Tod kommt es daher zu keiner Wiedergeburt mehr.

Pawo
Das wörtlich so etwas wie Unerschrockener bedeutende und oft mit Held oder Krieger übersetzte Wort ist der übliche tibetische Ausdruck für einen Khandropa, das männlich erscheinende Pendant zu einer → Khandroma. Da es sich bei beidem um Geistwesen handelt, ist die geschlechtliche Erscheinung allerdings lediglich ein Hinweis für den Betrachter, welcher Aspekt von diesem Wesen betont wird – die im Vajrayana vom Weiblichen symbolisierte Weisheit oder die vom Männlichen symbolisierte Methode.

Pha
Ü-Tsang für Vater.

Phurba
Im Sanskrit kila genannter Ritualgegenstand, der an einen Dolch oder Nagel erinnert und im Vajrayana mit dem → Yidam → Dorje Phurba assoziiert wird. Ursprünglich aus dem Schamanismus stammend ist seine Gestalt und Verwendung buddhistisch umgedeutet worden. Im → Chöd symbolisiert er den geistigen Vorgang des Sichtrennens von verblendeten Vorstellungen – vor allen Dingen der Idee eines bestimmte Eigenschaften aufweisenden Selbsts, das getrennt von allem Anderen existiert.

Prajnaparamita
Das Sanskritkompositum aus prajna (Weisheit) und paramita (anderes Ufer i.S.v. Transzendenz/Vollkommenheit) mit der Bedeutung Transzendente/Vollkommene Weisheit bezeichnet im Buddhismus die höchste der sechs Paramita genannten, zum Erwachen führenden und den Pfad eines Bodhisattwas charakterisierenden Tugenden. Mit Weisheit ist in diesem Zusammenhang nicht nur das Wissen um die → Leerheit gemeint, sondern eine über das reine Verständnis hinausgehende Verinnerlichung dieses Wissens, die dazu führt, dass der Praktizierende selbst zu einer Manifestation seiner Erkenntnis wird.

Pulsdiagnose
Wichtiges Diagnoseinstrument der tibetischen Heilkunst, die im Gegensatz zur allopathischen Medizin nicht nur einen Puls kennt, sondern ähnlich wie das Ayurveda oder die Traditionelle Chinesische Medizin viele verschiedene, deren Qualität jeweils Informationen über einen eigenen Teilbereich sowohl des Körpers als auch des Geistes liefert.

Rakshasa
Das Beschädiger bedeutende Sanskritwort bezeichnet in der indischen Mythologie einen Dämon. König der Dämonen ist → Ravana.

Rat der Irokesenliga
s. → Irokesenliga.

Ravana
König der → Rakshasas und Herrscher von Lanka. In der Ramayana ist er der Gegenspieler des göttlichen Rama. Seine zehn Köpfe haben im Hinduismus Symbolcharakter.

Regenbogenkörper
Im → Dzogchen gilt der sog. Regenbogenkörper als Ergebnis höchster Verwirklichung. Mit Eintritt des Todes offenbart sich diese geistige Errungenschaft auf materieller Ebene in der Auflösung des physischen Körpers in Licht verschiedenster Farbspektren.

Rgveda
Das Sanskritwort, dessen moderne Schreibweise Rigveda ist, bedeutet in etwa Verse vom Wissen. Dieser älteste Teil der Veden ist eine der wichtigsten Schriften des Hinduismus.

Rinpoche
Hauptsächlich für → Trulkus, aber auch für andere Würdenträger verwendeter tibetischer Ehrentitel mit der Bedeutung Kostbarer.

Rishi
Sanskritbezeichnung für einen Seher, der sich intuitiver Vision bedient.

Rote Garden
Von Mao Zedong initiierte Massenbewegung von Schülern und Studenten mit paramilitärischem Charakter, die zwischen 1966 und 1968 mit dem sog. Roten Terror gegen die → Vier Relikte vorging. Dabei gab es auch so etwas wie einen Revolutionstourismus, da die Nutzung der Eisenbahn sowie Kost und Logis für die Jugendlichen zwecks Verbreitung der Kulturrevolution kostenlos waren.

Rudra
Vedische Gottheit der Stürme, des Winds, Regens, Todes, der Krankheiten und Zerstörung sowie Herr der wilden Tiere. Im Sanskrit kann sein Name sowohl als Der Heulende, Brüllende als auch Der Rote interpretiert werden. Vermutlich ist er ein Vorläufer → Shivas, dessen Name auf Sanskrit Der Freundliche oder Glückverheißende bedeutet. Dieser Beiname drückt aus, dass Rudra die Macht hat, Sturm, Tod, Krankheiten usw. in ihr Gegenteil zu verkehren, und damit großen Segen zu bringen.

Rudraksha
Das Sanskritwort für Elaeocarpus ganitrus ist ein Kompositum aus → Rudra und aksha (Augen, im übertragenen Sinne Tränen). Es bezeichnet einen u.a. im Norden Indiens und in Nepal beheimateten, schnellwachsenden immergrünen Baum der Gattung Elaeocarpus (auch Ganiterbäume oder Ölfrüchte genannt) mit oberseitig dunkelgrünen und unterseitig eher helleren Blättern. Der Legende nach ist der Samen des Rudraksha aus einer Träne → Shivas entstanden, die dieser aus Mitgefühl für die Welt vergoss, als er aus einer tausend Jahre währenden Meditation im Himalaya erwachte. Daher werden aus dem Samen auch → Malas gefertigt.

Samding Dorje Phagmo
Titel der Äbtissinnen des Klosters Samding (s. → Ortsverzeichnis: Samding), die als Emanation der als Buddha geltenden → Dakini Dorje Phagmo (tibetische Bezeichnung mit der Bedeutung Diamantsau für Sanskrit: Vajravarahi), einer besonderen Form des tantrischen Geistwesens Vajrayogini angesehen wird. s. auch → Personenregister: Dechen Chökyi Drönma.

Samsara
s. → Kreislauf leidvoller Wiedergeburten.

Sangha
Das aus dem → Pali stammende Wort mit der Bedeutung Versammlung bezeichnet die Gemeinschaft der buddhistischen Praktizierenden.

Sangye
Tibetisches Wort für → Buddha.

Schneckenhorn
In der tibetischen Ritualmusik benutztes Instrument, das aus der Schale einer Meeresschnecke gefertigt wird und dessen Ton die Verbreitung des Buddha-Dharma symbolisiert. Die bildliche Darstellung des Schneckenhorns ist eines der → Acht Glückssymbole.

Sechs Yogas des Naropa
Sechs fortgeschrittene tantrische Meditationstechniken mit großer Bedeutung für die Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus. Im Text sind hiervon die folgenden drei erwähnt bzw. angedeutet:

  1. Tummo oder Yoga des Inneren Feuers. Äußeres und damit sekundäres Ziel dieser Übung ist eine Stärkung der als inneres Feuer bezeichneten Lebenskraft und eine damit einhergehende ohne physische Hilfsmittel absichtsvoll herbeigeführte starke Erhöhung der Körpertemperatur bei gleichzeitiger Immunisierung gegen niedrige Umgebungstemperaturen. Das eigentliche, innere Ziel besteht in der bewussten Lenkung sämtlicher dem Menschen innewohnender Ener­gien, um durch besagte Steigerung der reinigend und kräftigend wirkenden feuergleichen Lebensenergie negative Gefühle, Gedanken und Einstellungen zu verbrennen.
  2. Gyulü oder Yoga des Illusionskörpers. Ziel ist das Erkennen des eigenen Körpers als Illusion.
  3. Ösel oder Yoga des Klaren Lichts. Ziel ist das Erreichen eines Geisteszustands, der dem Übenden ermöglicht, die Beschaffenheit der Wirklichkeit, wie der Buddha sie gelehrt hat, vollkommen zu erfassen.

Im Text nicht erwähnt sind die restlichen drei:

  1. Milam oder Traumyoga. Ziel ist das Schaffen eines Bewusstseins für den Traumcharakter der Realität. Dies erreicht man durch Erhalt des Wachbewusstseins während der Traumphase des Schlafs.
  2. Bardo oder Yoga des Zwischenzustands. Hier ist das Ziel, sich in die Lage zu versetzen, im Zwischenzustand zwischen Tod und Wiedergeburt über ein klares Bewusstsein zu verfügen.
  3. Phowa oder Yoga der Bewusstseinsübertragung. Damit können zwei Dinge gemeint sein:
  4. a) Im Fall des eigenen Sterbens die direkte Übertragung des eigenen Bewusstseins in ein Buddhafeld (s. → Dewachen) oder
  5. b) Die Direktübertragung des Bewusstseins eines Anderen, um diesem im oder sehr kurz nach seinem Tod zu helfen.

Shakya
Altindische Stammesoligarchie, deren Sanskrit-Bezeichnung so viel bedeutet wie Einer, der fähig ist. Ihr vergleichsweise kleines Territorium grenzte an das der → Vrji-Konföderation, bevor es von → Kosala annektiert wurde. Berühmtester Sohn dieser Kriegerdynastie ist → Siddhartha Gautama.

Shinje Shed
Tibetische Bezeichnung für Yamantaka, dessen Name auf Sanskrit ein Kompositum aus Yama, dem Namen des hinduistischen Todesgotts und antaka (Bezwinger) ist, und damit Bezwinger des Todes bedeutet. In den Schulen der Gelug und Sakya wird Shinje Shed als zornvoller Aspekt des Weisheit verkörpernden Buddhas Manjushri betrachtet und ist ein wichtiger → Yidam. Nyingma und Kagyü dagegen betrachten Shinje Shed eher als Dharmaschützer.

Shiva
Dieses Sanskritadjektiv, das substantiviert Der Glücksverheißende oder Freundliche bedeutet, bezeichnet einen der wichtigsten Götter des Hinduismus, dem je nach Glaubensrichtung unterschiedliche Rollen zukommen. Im Shivaismus gilt er als wichtigste Manifestation des Höchsten. In der Trimurti, der hinduistischen Trinität, die drei Aspekte des Göttlichen kennt, verkörpert er das zerstörerische Prinzip, während Brahma das schöpferische und Vishnu das bewahrende Prinzip repräsentieren. Außerhalb der Trimurti ist Shiva aber sowohl Verkörperung von Schöpfung und Neubeginn als auch von Erhaltung und Zerstörung.

Siddhi
Wörtlich: Vervollkommnung. Ein auch im Hinduismus benutzter Sanskritbegriff für durch spirituelle Praxis erlangte, von Vielen als übernatürlich angesehene Fähigkeiten. Im tantrischen Buddhismus gehen verschiedene Siddhi mit den unterschiedlichen Stufen des Bodhisattwapfads (s. → Bodhisattwa) einher. Als Grundlage für die Entwicklung von Siddhi gilt im Buddhismus allgemein die Meisterung sehr starker, durch äußerste Sammlung erreichter Durchlässigkeit von Geist und Herz. Der Chökyong hat seine eigene Auffassung von Siddhi, die er Pema in Buch 5, im Kapitel Chökyong Tamdin Ösel und das klare Licht darlegt.

Staniza
Russische Bezeichnung für eine Kosakensiedlung.

Stupa
Ursprünglich ein aus einem im prähistorischen Indien zur Bestattung von Herrschern kreisförmig aufgeschütteten Grabhügel entstandenes buddhistisches Bauwerk, das den Buddha und seine Lehre (→ Dharma) symbolisiert.

Sukhavati
s. → Dewachen.

Suryavamsha
s. → Ikshvaku.

Sushumna
Im indischen Yoga und Tantra Bezeichnung für die zentrale der drei den Körper durchziehenden und mit der Prana genannten Lebensenergie versorgenden Hauptleitbahnen, die von unzähligen Nebenkanälen unterstützt werden.

Takin
Hier ist ein Mishmi Takin (Budorcas taxicolor) gemeint, ein in Höhen bis zu 4.500 m vorkommendes, zu den Ziegenartigen zählendes Tier, das auch Gnuziege oder Rindergemse genannt wird und im östlichen Himalaya beheimatet ist.

Tamdin

  1. Tibetische Namensvariante für → Hayagriva, der im tantrischen Buddhismus vor allem der Nyingma- und Kagyü-Schulen sowohl als zornvolle Erscheinungsform des Buddhas → Amitabha als auch des Bodhisattwa Avalokiteshvara (s. → Tschenresig) gilt. Tamdin ist einer der acht großen Herukas (s. → Bluttrinker) und wird je nach überlieferter tantrischer Übung unterschiedlich abgebildet. Allen Darstellungen gemeinsam ist mindestens ein kleiner Pferdekopf oberhalb des eigentlichen Kopfes. Das durchdringende Wiehern von Tamdins Pferden soll falsche Vorstellungen von Wirklichkeit zerstören helfen.
  2. Dem Berggeist von → Düsum Khyenpa verliehener Name.

Tantriker
Bezeichnung für jemandem, der dem Vajrayana-Pfad des Buddhismus folgt.

Tashi deleg
Tibetische Gruß- und Abschiedsformel, die alles erdenklich Glückverheißende auf den Adressaten herabwünscht.

Tata
Sanskrit für Papa.

Terma
Tibetischer Ausdruck für Verborgene Schätze. Damit sind Lehrtexte, Reliquien oder Ritualgegenstände gemeint, die versteckt wurden, um sie vor Zerstörung oder Fehlinterpretation zu bewahren. Wenn die Zeit reif ist, können Termas von sog. → Tertöns gefunden werden. Besonders Padmasambhava und seine Schülern sollen sehr viele Terma verborgen haben.

Tertön
Bezeichnet auf Tibetisch jemanden, der in der Lage ist, → Termas zu finden. Viele Tertöns werden als Inkarnationen der 25 wichtigsten Schüler Padmasambhavas betrachtet.

Thangka
Tibetisches Wort für ein im tibetischen Buddhismus verwendetes und dem jeweiligen Zweck entsprechende Darstellungen beinhaltendes Rollbild. Nach genau vorgegebenen Vorschriften meist auf Leinen gemalt werden diese Bilder nicht fest gerahmt, sondern auf Stoff gezogen und mit einer Art Passepartout aus Seide umgeben, sodass man sie aufrollen kann.

Tilaka
Der Zeichen oder Markierung bedeutende Sanskritbegriff wird für viele verschiedene Arten von Zeichen benutzt. Im vorliegenden Text bezieht er sich auf ein Segenszeichen, wie man es in Indien oft auf die Stirn malt.

Tingsha
Eine aus zwei kleinen, aus speziellen Bronzelegierungen gefertigten Becken bestehende Handzimbel, die im tibetischen Buddhismus als Ritualinstrument eingesetzt wird.

Togden
Im 18. Jh. hat der 4. → Khamtrul Rinpoche, Tenzin Chökyi Nyima die Tradition einer yogischen Linie ins Leben gerufen, nach der ein Mönch durch eine genau festgelegte lebenslange Yoga-Praxis zu einem Togden (wörtlich: Verwirklichter) werden kann. Eine strikte Klausur von mindestens zwölf Jahren ist Voraussetzung, um den Titel Togden und mit ihm die von der üblichen roten Mönchsrobe abweichende weiße Baumwollrobe tragen zu dürfen.

Trulku
Im Vajrayana-Buddhismus eine Person, die in der Umsetzung der buddhistischen Übungen so weit fortgeschritten ist, dass sie zumindest fähig ist, die eigene Wiedergeburt selbst zu bestimmen, sodass sie anschließend von Anderen als diese erkannt werden kann.

Tsampa
Mehl aus geröstetem Getreide (vorwiegend Gerste), das meist mit Buttertee, aber auch anderen Flüssigkeiten angerührt wird. Dabei dreht man entweder kleine Kügelchen, die man zum Buttertee isst – einem eher an eine fettige Brühe erinnernden, traditionell aus Tee, Yakbutter und Salz bestehenden Gemisch – oder macht daraus eine dünne Mehlsuppe bzw. mit mehr Mehl einen Brei.

Tschenresig
Tibetische Bezeichnung für den Bodhisattwa des universalen Mitgefühls, der auf Sanskrit Avalokiteshvara heißt. Sein Mantra lautet Om mani padme hum (in tibetischer Aussprache Om mani peme hung).

Tsepagmé
Tibetischer Name für den Buddha Amitayus, eine Form des Buddhas → Amitabha, dessen Sanskritname Unendliches Leben bedeutet.

Tshangla
Sinotibetische Sprache, die zur bodischen Untergruppe der tibetobirmanischen Sprachen gehört und trotz verschiedener Dialektvarianten im Osten Bhutans als Lingua franca dient. Weiterhin wird es in dem an Ostbhutan angrenzenden Teil Tibets sowie im indischen Bundesstaat Arunachal Pradesh gesprochen.

Tummo
s. → Sechs Yogas des Naropa.

Uranfängliches Gewahrsein
Auch Uranfängliche Weisheit oder Buddhanatur genannt. Der Begriff stammt aus dem → Dzogchen, wo er eine sich als helles, klares Licht und unendliche Weite manifestierende ursprüngliche Vollkommenheit des Geistes bezeichnet. Tamdin Ösels Meinung hierzu findet sich in Buch 5, im Kapitel Chökyong Tamdin Ösel und das klare Licht.

Ushnisha
In Abbildungen Buddha Shakyamunis eine die Weisheit und Offenheit eines Erwachten symbolisierende Erhebung am Hinterkopf. In frühen Darstellungen findet sich anstelle dieses Schädelhöckers ein Haarknoten. Im Text wird Ushnisha nicht als etwas Materielles und Sichtbares verstanden, sondern als ein in geringer Höhe über dem Kopf schwebendes Chakra, über das der Übende Kontakt zu den Reinen Ländern verschiedener Buddhas herzustellen vermag.

Ü-Tsang
Ursprünglich die Bezeichnung für die südlich-mittige der vier traditionellen tibetischen Provinzen, später generalisierend für den Herrschaftsbereich des Dalai Lamas mit Lhasa als Hauptstadt verwendet. Nach der Provinz wird die dort gesprochene Variante des Tibetischen ebenfalls Ü-Tsang genannt.

Vaidya
Sanskritwort für einen Ayurveda-Arzt.

Vajra
Das dem Vajrayana-Buddhismus den Namen gebende, oft mit den Eigenschaften eines Diamanten, und da vor allem seiner Unzerbrechlichkeit verglichene Symbol für → Leerheit und Form (vgl. dazu auch → Herz-Sutra).

Vajrakilaya
Extrem zornige Form von → Vajrasattva. Vajrakilaya, dessen Sanskritname sich aus → vajra und kilaya (s. auch → Phurba) zusammensetzt und so viel bedeutet wie Unzerstörbarer Ritualdolch gilt als kraftvollste Verkörperung der Buddha-Aktivität, Hindernisse auf dem Weg zum Erwachen zu beseitigen.

Vajra-Krone
Ein Symbol für das Erwachen des Karmapas. Für Personen, die dem Karmapa karmisch nahestehen, ist sein → Ushnisha als diese Krone zu sehen. Für alle anderen gibt es seit Zeiten des 5. Karmapas, Deshin Shegpa (*1384, †1415) eine Nachbildung, die vom Karmapa in einer speziellen Zeremonie getragen wird (vgl. auch → Vajra).

Vajrapani
Sanskritbezeichnung der zornvollen Form → Vajrasattvas. Der Name dieses → Bodhisattwas bedeutet so viel wie Unzerstörbare Hand (vgl. auch → Vajra). Vajrapani gilt als Beschützer Buddha Shakyamunis und verkörpert die Überwindung der drei Geistesgifte.

Vajrasattva
Der Buddha mit dem Sanskritnamen Der den Vajra zum Wesen hat zeichnet sich durch eine Methode zur Erlangung des Erwachens aus, welche die Reinigung sämtlicher der den Menschen ausmachenden Bestandteile bewirkt. Dadurch kann er u.a. helfen, schlechtes Karma zu überwinden.

Vajravidarana
Sanskritbezeichnung der halbzornvollen Form → Vajrasattvas mit der ungefähren Bedeutung Der den Vajra freilegt.

Vanga
Manchmal auch Banga genanntes, bereits in der Mahabharata erwähntes altindisches Königreich im Gebiet des heutigen indischen Bundesstaats Westbengalen sowie Bangladeschs. Durch das Gangesdelta hatte Vanga großflächig Zugang zum Golf von Bengalen.

Varna
In altindischen Gesellschaften wurden mit der wörtlich Farbe bedeutenden Sanskritbezeichnung die vier Gesellschaftsgruppen bezeichnet, die sich im heutigen Kastensystem als die vier Hauptkasten erhalten haben: Brahmanen, Kschatrijas, Waischjas und Schudras.

Vier Edle Wahrheiten
Von Onkel Siddhartha im Text auch einfach Vier Wahrheiten genannt, bilden sie das Fundament der buddhistischen Lehre und werden von Ajatashatru in Buch 1, im Kapitel Acht lebensverändernde Übungen wie folgt aufgelistet:

« 1. Leiden ist grundsätzlich Bestandteil der von uns erfahrenen Wirklichkeit.
2. Es besteht in Geburt, Krankheit, Alter, Tod und sämtlichen anderen Auswirkungen von Anhaftung,
Vermeidung und Gleichgültigkeit.
3. Es wird durch die drei Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung erzeugt.
4. Es kann durch die acht Übungen, die Ihr mir im Folgenden erklären werdet [s. → Edler Achtfacher
Pfad], überwunden werden.«

Vier Relikte
Auch Vier Alte genannt ist ein Kampfbegriff aus der chinesischen Kulturrevolution und meint alte Bräuche, alte Gewohnheiten, alte Kultur und alte Denkweise.

Wiedergeburt
Bedeutet im Buddhismus nicht die Reinkarnation einer Seele in einem anderen Körper, sondern den Beginn einer vollkommen neuen, das bisherige → Karma weitertragenden und daher von diesem geprägten Existenz. Im Text wird damit auch jemand bezeichnet, der wiedergeboren ist.

Winnebago
Eigenbezeichnung eines nordamerikanischen Sioux-sprachigen Volks, das historisch in einer im Gebiet der Großen Seen gelegenen Enklave unter Algonkin sprechenden Stämmen lebte.

Wunschjuwel
Wird im Sanskritoriginal chintamani genannt und bezeichnet ursprünglich einen wunscherfüllenden Stein. In der buddhistischen Ikonographie sind Wunschjuwelen ein die Wirkkraft des → Dharma sowie den erwachten Geist symbolisierendes Attribut der Buddhas und Bodhisattwas. Häufig wird auch der → Druk mit Wunschjuwelen in seinen Klauen dargestellt.

Yab-Yab
In Analogie zu → Yab-Yum gebildeter Begriff, der meines Wissens im Tibetischen so nicht existiert.

Yab-Yum
Tibetisch für Vater-Mutter, ist eine im Vajrayana häufige Darstellung der sexuellen Vereinigung des männlichen und weiblichen Aspekts eines Buddhas oder Bodhisattwas, wobei die weibliche Figur meist auf dem Schoß der männlichen sitzt. Diese Darstellung ist symbolisch gemeint und steht für die Aufhebung des Gegensätze postulierenden Denkens sowie die Erkenntnis der wesentlichen Einheit sämtlicher Phänomene.

Yama
Vedischer Gott des Todes und der Zeit sowie Herrscher der Unterwelt. Dem von einem Verstorbenen in seinem Leben generierten Karma entsprechend bestimmt Yama, als wer oder was diese Person wiedergeboren wird. Da der Gott in dieser Funktion für Gerechtigkeit sorgt, wird er auch Dharmaraja – König des Dharma – genannt.

Yidam
Meditationsgottheit im → Devata Yoga.

Yönten
Tibetischer Name der Sherab Khyentse von seinen Verwandten geschenkten Nangchenstute mit der ungefähren Bedeutung Eine, die über viele gute Eigenschaften verfügt.

Yogi/Yogini
Das Sanskritwort Yogi wie auch sein für weibliche Wesen entsprechendes Pendant Yogini haben aufgrund ihrer langen Verwendung mehrere Bedeutungen:

  1. Ein/e die inneren und äußeren Yogas übende/r Tantriker/in.
  2. Genereller Ausdruck für asketisch Meditierende.
  3. Ein/e der indischen Philosophie des Yoga mit ihren geistigen und körperlichen Übungen Folgende/r.

Zentrale Energieleitbahn
→ Sushumna.

Zehntes Land
Meint hier das auch Wolke des Dharma genannte zehnte Bhumi (Sanskrit für Grund oder Fundament). Im ersten Buch erklärt der Berggeist dazu wie folgt:

»Unter Wolke des Dharma versteht man […] die letzte Etappe [des Bodhisattwapfads], auf der ein Bodhisattwa das Dharma zu einem solchen Grade verinnerlicht hat, dass es ihm zur zweiten Natur geworden ist, es zum Wohl aller Wesen ausübend vorzuleben und zu lehren – so wie es der Natur einer Wolke entspricht, segensreichen Regen zu spenden. Der nächste Schritt wäre das vollständige Erwachen.«

Zwischenzustand
Wird in diesem Text als Übersetzung für → Bardo benutzt.

Zypresse
Wiedergeburt → Ajatashatrus in Form eines Baums. Obwohl dies im Text nicht ausdrücklich erwähnt wird, handelt es sich bei dem zwischen 461 v. Chr. und 324 v. Chr. an einer kanadischen Küste beheimateten Gewächs vermutlich um eine Nootka-Scheinzypresse.

Zeitleiste der Ereignisse, wie sie sich im Text darstellen

  • 563 v. Chr.

    1

    Geburt Siddhartha Gautamas

  • 558 v. Chr.

    2

    Geburt König Bimbisaras von Magadha

  • 552 v. Chr.

    3

    Geburt König Chetakas von Licchavi

  • 522 v. Chr.

    4

    Geburt Chelanas

  • 517 v. Chr.

    5

    Geburt Abhasvaras

  • 509 v. Chr.

    6

    Geburt Ajatashatrus; Tod Chelanas

  • 508 v. Chr.

    7

    Geburt Dharanis

  • 493 v. Chr.

    8

    Ermordung Kosaladevis und Tod König Bimbisaras; Kashi-Feldzug; Vermählung Ajatashatrus mit Dharani

  • 492 v. Chr.

    9

    Kriegsbeginn mit den Vrji-Staaten

  • zwischen 492 v. Chr. und 486 v. Chr.

    10

    Vermählungen Ajatashatrus mit seinen weiteren sechs Gattinnen

  • 486 v. Chr.

    11

    Treffen Ajatashatrus mit dem Buddha

  • 298 v. Chr.

    12

    Geburt Vivekanandas

  • 263/262 v. Chr.

    13

    Überfall auf Vivekanandas Dorf

  • 261 v. Chr.

    14

    Schlacht von Kalinga; Tod Vivekanandas; Geburt des Berggeists

  • 2. Hälfte 8. Jh. n. Chr.

    15

    Befreiung des Berggeists aus dem Fels und Treffen mit Padmasambhava

  • ca. ein halbes Jahr später

    16

    Eintreffen von Jägern auf dem Berg

  • einige Wochen später

    17

    Ankunft der ersten Nonne

  • 2. Hälfte 9. Jh. n. Chr.

    18

    Begegnung des Berggeists mit der alten Yogini

  • einige Jahre später

    19

    Tod der greisen Yogini

  • 1153 n. Chr.

    20

    Besuch Düsum Khyenpas; der Berggeist erhält den Namen Tamdin

  • Mitte 12. Jh. n. Chr. bis 1482

    21

    Nahezu menschenlose Zeit auf dem Berg

  • 1466

    22

    Geburt Dakpo Pemas

  • Tag der Ankunft Pemas

    23

    Vision vom Überfall auf Vivekanandas Dorf

  • 2. Tag Pemas auf dem Berg

    24

    Erste Konflikte; Pema gibt Tamdin den Namen Chökyong

  • die folgenden Wochen

    25

    Streifzüge Chökyongs und Pemas durch die Berge

  • letzter Tag der gemeinsamen Bergtouren

    26

    Verhängnisvolles Bad Pemas im See

  • die darauffolgende Nacht

    27

    Meditation Chökyongs über Dämonenliebe und menschliche Zerbrechlichkeit

  • gegen Mittag des nächsten Tags

    28

    Chökyong rettet Pema mit seinem neuen Scheinkörper

  • drei Tage später

    29

    Pema gesteht Chökyong ihre Liebe zum blauen Mann

  • in einer Nacht, einige Wochen später

    30

    Vision über Ajatashatrus Leben

TRAGTUNG – ein Mandala aus Illusionen zum Verständnis von Realität